Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, mich ernsthaft mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zu beschäftigen. Altbau Baujahr 1978, ca. 160m², bisher Öl. Ich habe schon einiges gelesen, aber je mehr ich lese, desto mehr bin ich verunsichert – nicht wegen der Technik an sich, sondern wegen der Planung davor.
Mein Hauptproblem: Ich höre und lese überall von Leuten, denen hinterher aufgefallen ist, dass irgendwas bei der Planung schief gelaufen ist. Zu kleine Anlage, falsche Aufstellung der Außeneinheit, Pufferspeicher vergessen oder falsch dimensioniert, Heizkurve nie richtig eingestellt usw. Das summiert sich offenbar zu echten Kosten.
Mich würde konkret interessieren:
- Was sind die häufigsten Fehler, die ihr selbst gemacht habt oder bei Bekannten miterlebt habt?
- Gibt es Dinge, die kein Installateur von sich aus anspricht, die man aber unbedingt vorher klären sollte?
- Worauf sollte man achten, wenn man Angebote einholt und vergleicht?
Ich bin kein Techniker und verlasse mich bei sowas erstmal auf Fachleute – aber ich habe das Gefühl, dass man zumindest die Grundzusammenhänge selbst verstanden haben muss, damit man nicht einfach irgendwas eingebaut bekommt.
Das hier ist kein Schnellentschluss, ich plane für nächstes Jahr. Trotzdem will ich nicht in typische Fallen tappen. Danke schon mal.
Gute Frage, da kann ich aus eigener Erfahrung einiges dazu sagen. Ich hab mich vor meiner Entscheidung auch durch unzählige Threads gewühlt – unter anderem hab ich damals diese Diskussion über WP-Typen bei Fußbodenheizung verfolgt, die hat mir damals schon die Augen geöffnet.
Der klassische Fehler Nummer eins: Die Heizlastberechnung wird geschätzt statt ordentlich gemacht. Viele Installateure nehmen einfach Daumenregeln (x Watt pro Quadratmeter) anstatt wirklich Hülle, Fenster, Dämmzustand und Lage zu berücksichtigen. Bei nem Altbau aus den 70ern kann das locker 30% Abweichung bedeuten – und dann ist die Anlage entweder dauerhaft überdimensioniert und taktet ständig, oder zu klein und kommt im Winter nicht hinterher.
Zweiter Punkt, den kaum jemand anspricht: der Aufstellort der Außeneinheit. Im Sommer klingt das alles entspannt, aber im Winter muss die Einheit abtauen können, darf nicht in einer Ecke stehen wo sich Kaltluft staut, und der Schall spielt im Frühjahr/Herbst eine ganz andere Rolle als jetzt im Juli wenn man die Fenster eh öffnet. Das sollte man mit einem Fachplaner wirklich durchdenken, nicht mit dem Installateur der das irgendwo hinschraubt.
Und dann natürlich die Heizkörperfrage. Wenn du noch alte Radiatoren drin hast, musst du entweder die WP auf höhere Vorlauftemperaturen auslegen (schlechtere Effizienz) oder die Heizkörper tauschen. Das wird im Angebot oft nicht klar kommuniziert.
Ich seh das etwas anders als MarkusT84 oben – nicht falsch, aber ich würd noch einen Punkt deutlicher machen: Das größte Geldgrab ist oft nicht die Technik, sondern die fehlende Gesamtplanung vor der Anlage. Ich hab mich letzes Jahr intensiv mit Kostenvergleichen beschäftigt und dabei gemerkt, dass viele Leute die WP einbauen ohne vorher die Gebäudehülle zu bewerten. Wenn dein Altbau schlecht gedämmt ist, heizt du mit der WP genauso ineffizient wie vorher mit Öl – nur teurer pro kWh bei schlechtem COP.
Kurz gesagt: Vor der WP-Planung erstmal Energieberatung machen lassen. Kostet ein paar hundert Euro, wird aber oft gefördert und kann dir tausende sparen.