Hallo zusammen,
ich betreibe seit drei Jahren eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und bin eigentlich sehr zufrieden damit. Jetzt im Sommer habe ich zum ersten Mal ernsthaft die Kühlfunktion ausprobiert und bin ehrlich gesagt etwas zwiegespalten.
Das Prinzip ist klar: Die WP dreht den Kreislauf um, die Fußbodenheizung wird zur Fußbodenkühlung. Klingt erstmal logisch. In der Praxis merke ich aber, dass die Kühlung sehr träge reagiert – ich stelle abends um 20 Uhr ein, und am nächsten Morgen ist es vielleicht 1-2 Grad kühler. Für Leute die aus der Klimatechnik kommen ist das vielleicht selbstverständlich, für mich war's eine Umgewöhnung.
Mich interessiert jetzt vor allem: Wie macht ihr das bei einer Luft-Luft-WP? Dort habt ihr ja direkt die Luftkühlung im Raum, das dürfte deutlich schneller gehen. Wie schaltet ihr zwischen Heiz- und Kühlbetrieb um – gibt es da Wartezeiten, automatische Modi, oder macht ihr das manuell? Und was verbraucht die Anlage im Kühlbetrieb im Vergleich zum Heizbetrieb – ist der COP ähnlich oder deutlich schlechter?
Hat jemand Erfahrungen mit dem Ganzjahresbetrieb einer Luft-Luft-WP gemacht, also wirklich konsequent heizen im Winter und kühlen im Sommer? Würde mich freuen wenn ihr eure praktischen Erfahrungen teilt, auch die negativen.
Grüße
Marcus
Marcus, interessantes Thema. Ich plane ja gerade selbst den Umstieg und habe mich deshalb schon damit beschäftigt wie Luft-Luft im Kombibetrieb funktioniert – hatte dazu auch schon einen eigenen Thread zum Einbinden von Luft-Luft als Hybrid mit Fußbodenheizung eröffnet.
Die Umschaltung bei den meisten modernen Geräten geht eigentlich recht unkompliziert, oft über die Fernbedienung oder App. Wartezeit ist meist minimal, bei manchen Geräten gibt es eine kurze Pause von ein paar Minuten damit der Kompressor nicht sofort in den anderen Betrieb springt – das ist aber Schutzfunktion, nicht wirklich ein Problem im Alltag.
Was den Verbrauch angeht: Ich hab aus meiner Recherche mitgenommen dass der EER (also der COP im Kühlbetrieb) bei guten Geräten bei 3-4 liegt, im Heizbtrieb ähnlich oder etwas besser, je nach Außentemperatur. Im Hochsommer bei 38°C wirds halt schlechter. Aber das wäre beim Heizen bei -15°C auch so.
Hm, mich interessiert das Thema eigentlich vor allem wegen der Erdwärme-Seite, also ob passive Kühlung per Sole wirklich so effizient ist wie immer behauptet wird. Hab dazu noch keine eigene Anlage, bin gerade noch in der Planungsphase.
Aber eure Diskussion hier hilft mir auch weiter. Wenn selbst die aktive Kühlung per Luft-Luft schon deutlich träger ist als man denkt, dann sollte man da wohl keine Wunder erwarten. Mich würde interessieren: was sind reale COP-Werte im Kühlbetrieb die ihr so messt? Also nicht die Herstellerangabe sondern was ihr wirklich ablest.