Hallo zusammen,
ich bin nach fast 10 Jahren Pause wieder hier im Forum und freue mich, dass es so aktiv ist. Damals hatte ich noch eine Gasheizung und habe hier viel mitgelesen – jetzt hat sich einiges geändert: Ich habe seit letztem Herbst eine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe und eine Fußbodenheizung, und möchte die Anlage möglichst optimal und langlebig betreiben.
Meine Hauptfrage dreht sich um den Wartungsrhythmus. Der Installateur hat kurz gesagt "einmal im Jahr reicht", aber ich frage mich ob das wirklich alles ist. Konkret würde mich interessieren:
– Was macht ihr selbst zwischen den Technikerbesuchen? Gibt es Dinge, die ich als Laie regelmäßig prüfen oder reinigen sollte (Luftfilter, Kondensatablauf usw.)?
– Wie oft lässt ihr den hydraulischen Kreislauf der Fußbodenheizung prüfen? Braucht das Heizsystem irgendwann Nachspülung oder ähnliches?
– Welche Wartungsintervalle haben sich bei euch als sinnvoll für eine gute JAZ erwiesen?
Wir sind jetzt im Sommer, die Anlage läuft nur für Warmwasser, und ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit für einen Checks bevor es wieder kälter wird.
Freue mich über eure Erfahrungen! Und falls ihr Links zu älteren Diskussionen habt, gerne her damit – habe 10 Jahre Forumsgeschichte nachzuholen 😄
Viele Grüße
Uwe
Guten Abend Uwe,
als pensionierter Elektrotechniker kann ich vor allem zur elektrischen Seite etwas beitragen: Lass bei der jährlichen Wartung unbedingt die elektrischen Anschlüsse und Klemmen prüfen. Das klingt trivial, aber Wärmebildkameras zeigen bei älteren Installationen regelmäßig lose Klemmen die sich über Zeit erwärmen – das ist nicht nur ein Effizienzproblem sondern im schlimmsten Fall ein Sicherheitsproblem.
Zur Fußbodenheizung: Die Abstimmung zwischen Heizkurve der WP und dem Flächenheizsystem ist entscheidend für die JAZ. Gerade im Neubau – oder bei neuer WP in bestehendem Haus – empfehle ich eine Inbetriebnahme durch jemanden der wirklich die Heizlast kennt und die Kurve entsprechend eingestellt hat, nicht einfach die Werkseinstellung belassen.
Die Heizlastberechnung ist die Grundlage von allem – das sage ich hier immer wieder. Ohne die weiss man nicht ob die Anlage über- oder unterdimensioniert ist, was sich direkt auf Wartungsbedarf und Langlebigkeit auswirkt. Falls das bei dir noch nicht gemacht wurde: nachholen.
Viele Grüße
Werner
Hallo Uwe,
schön, dass hier nochmal jemand mit frischem Blick fragt – ich stecke selbst noch in der Planungsphase und lese viel mit.
Was ich bisher gelernt habe (aus diesem Forum und aus eigener Recherche für meinen Altbau aus den 70ern): Der Luftfilter an der Außeneinheit sollte wirklich öfter als einmal im Jahr geprüft werden, vor allem wenn die Einheit in der Nähe von Hecken oder Bäumen steht. Im Herbst sammelt sich da schnell Laub und Pappel-Flaum an.
Außerdem hab ich in einem anderen Thread hier gelesen, dass der Systemdruck im Heizkreis eine Sache ist, die man selbst im Auge behalten sollte – einfach das Manometer gelegentlich ablesen. Wenn der Druck regelmäßig abfällt, deutet das auf ein Problem hin, das ein Techniker angehen muss.
Für die JAZ-Optimierung im Altbau beschäftigt mich vor allem die Vorlauftemperatur – ich hab dazu mal was gepostet: Vorlauftemperatur: Wie finde ich den richtigen Startwert für meinen Altbau? – vielleicht hilft dir das auch bei der Abstimmung mit der Fußbodenheizung.
Grüße, Thomas
Hallo Uwe,
schöne Frage, und der Sommer ist tatsächlich der ideale Zeitpunkt dafür – die WP hat wenig Last und man kann in Ruhe alles durchgehen.
Aus meiner Erfahrung mit unserem sanierten Altbau: Die ersten zwei Jahre sind entscheidend für die Langlebigkeit. In dieser Zeit sollte man häufiger hinschauen als später, weil sich Luft im System sammeln kann (vor allem in der Fußbodenheizung), Einstellungen oft noch nicht optimal sind und man seinen eigenen Verbrauchsrhythmus noch lernt.
Konkret würde ich empfehlen:
1. Jetzt im Sommer: Alle Heizkreise der FBH komplett entlüften, Druck prüfen und dokumentieren. Viele Probleme im Winter kommen von Luft die sich im Sommer angesammelt hat.
2. Vor der Heizsaison (September/Oktober): Einmal die Heizkurve kritisch bewerten – passt die Einstellung noch zu eurem Nutzverhalten?
3. Jährlich durch Fachbetrieb: Kältemittelkreis, Kompressor, elektrische Prüfung, Filterreinigung
Zur JAZ: Der größte Hebel bei FBH ist die Vorlauftemperatur so weit wie möglich absenken ohne dass es kalt wird. Das ist kein einmaliger Schritt sondern ein Prozess über mehrere Heizperioden. Ich hab das für unser Haus schrittweise gemacht und etwa 0,6 Punkte JAZ gewonnen – das schlägt jeden Wartungstrick.
Viel Erfolg,
Wolfgang
Hallo Uwe, willkommen zurück!
Ich bin schon seit ein paar Jahren dabei und kann aus eigener Erfahrung sagen: "Einmal im Jahr" stimmt als Mindestwert, aber wer wirklich auf die JAZ achtet, macht mehr. Bei mir läuft die WP zusammen mit einer PV-Anlage, und ich bin ziemlich penibel was Wartung angeht.
Mein persönlicher Rhythmus:
– Filter der Außeneinheit: alle 3 Monate kurz draufschauen, im Herbst gründlich reinigen
– Systemdruck Heizkreis: monatlich ablesen und notieren (ich hab eine kleine Tabelle)
– Kondensatablauf: im Frühjahr und Herbst prüfen
– Fußbodenheizung: einmal im Jahr den Druck, und alle 3-4 Jahre lasse ich den Installateur den pH-Wert des Wassers prüfen – das klingt übertrieben, ist aber fürs Langzeit-Messing kein Unsinn
Die JAZ habe ich durch konsequente Vorlauftemperatur-Absenkung und PV-Überschuss-Nutzung von anfangs 3,4 auf jetzt über 4,1 gebracht. Das war aber ein Prozess über mehrere Heizperioden.
Im Sommer – wie jetzt – nutze ich die ruhige Zeit um Einstellungen zu überprüfen und ggf. die Warmwasserbereitung zu optimieren. Das wird oft vergessen, macht aber einen spürbaren Unterschied im Jahresverbrauch.
Viel Erfolg!
Klaus