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Wie berechne ich den Speicherbedarf für meine Wärmepumpe?

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Klaus_195219
Beiträge: 41
Themenstarter
(@klaus_195219)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#81]

Guten Tag zusammen,

ich bin seit einigen Monaten dabei, mich mit dem Thema Batteriespeicher für unsere Wärmepumpe zu beschäftigen. Wir haben seit letztem Herbst eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (8 kW) und eine PV-Anlage mit 10 kWp. Jetzt möchte ich im Sommer endlich den Batteriespeicher dazunehmen, damit wir den selbst erzeugten Strom besser nutzen können.

Mein Problem ist folgendes: Ich finde überall irgendwelche Faustformeln, aber die widersprechen sich teilweise. Manche sagen, man solle pro kWp PV etwa 1 kWh Speicher einplanen, andere rechnen nach dem Tagesverbrauch der Wärmepumpe. Und dann lese ich noch, dass man Winter und Sommer getrennt betrachten soll, weil die WP im Sommer ja kaum heizt aber eventuell kühlt.

Wir haben im letzten Winter etwa 3.500 kWh Stromverbrauch gehabt, davon schätze ich grob 1.800 bis 2.000 kWh für die Wärmepumpe. Im Sommer läuft die WP natürlich kaum, aber wir überlegen gerade ob wir zur Kühlung nutzen – da wären es dann wieder mehr Verbrauchsstunden.

Wie geht ihr da vor? Gibt es eine vernünftige Methode, das wirklich durchzurechnen, oder ist das am Ende doch mehr Gefühl und Erfahrungswert? Ich würde das gerne selbst verstehen, bevor ich zum Installateur gehe, damit ich nicht einfach alles glaube was der mir vorrechnet.

Danke im Voraus
Klaus


2 Antworten
Markus T.
Beiträge: 8
(@markust87)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hallo Klaus,

die Verwirrung kenn ich – die Faustformeln taugen leider nur als groben Einstieg. Ich versuch mal kurz zu erklären wie ich das angegangen bin.

Der sinnvollste Ansatz ist m.E. nicht die PV-Größe, sondern der typische Tagesverbrauch eurer WP. Du sagst ~1.800–2.000 kWh im Winter, das wären bei sagen wir 120 Heiztagen grob 15–17 kWh pro Tag. Davon läuft die WP aber nicht gleichmäßig durch, sondern ballert morgens und abends mehr. Der Speicher muss also die Lücke zwischen PV-Erzeugung und WP-Bedarf überbrücken – und das ist im Winter schwierig, weil die PV kaum was liefert. Heißt: für den Winter hilft euch ein Batteriespeicher beim WP-Betrieb kaum. Den echten Nutzen habt ihr im Übergang (April/Mai, September/Oktober) und eben im Sommer wenn ihr kühlt.

Für ne 10 kWp Anlage und euren Haushalt würde ich 8–12 kWh Nutzkapazität als sinnvollen Korridor sehen. Kleiner lohnt kaum, deutlich größer bringt im Sommer keinen großen Mehrwert weil die Batterie eh jeden Tag vollläuft.

Wenn ihr die Kühlung mit einplant, würde ich eher zur oberen Grenze tendieren – Kühlung zieht im Hochsommer nachmittags und abends, genau wenn die PV nachlässt. Das passt gut zur Batterieentladung.

Vor dem Installateur-Termin würde ich euch empfehlen, mal 2-3 repräsentative Sommertage und Herbsttage aus eurem Wechselrichter-Log rauszuziehen und den Lastgang anzuschauen. Dann könnt ihr konkret sagen, wann ihr wieviel braucht – das ist das überzeugendste Argument gegenüber jedem Anbieter.


Antwort
SkeptikerWP47
Beiträge: 37
(@skeptikerwp47)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das ein bisschen anders als Markus. Die Rechnung klingt schlüssig, aber ich würde bei der Kaufentscheidung trotzdem aufpassen. Gerade weil der WP-Nutzen im Winter so begrenzt ist (da hat Markus recht), stellt sich ja die Frage was der Speicher wirklich bringt. Habt ihr mal ausgerechnet was die eingesparten Strombezugskosten pro Jahr wirklich ausmachen? Ich hab mich bei meiner eigenen Planung intensiv mit den Installationskosten beschäftigt – Speicher kostet ja nicht nur das Gerät, da kommen Elektrikerkosten, ggf. Zählerschrankanpassungen usw. dazu (ich hatte dazu hier mal einen Thread aufgemacht). Unterm Strich: richtig dimensionieren ist gut, aber erst rechnen ob sich das überhaupt lohnt.


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