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Batteriespeicher im Neubau: Wartung & Langzeiterfahrungen?

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ThomasBreuer11
Beiträge: 7
Themenstarter
(@thomasbreuer11)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#121]

Hallo zusammen,

ich bin gerade mitten in der Planung unseres Neubaus und beschäftige mich neben der Auslegung der Luft-Wasser-Wärmepumpe auch intensiv mit dem Thema Batteriespeicher. Die Kombination PV + Speicher + Wärmepumpe klingt auf dem Papier natürlich verlockend, aber ich will nicht blind investieren.

Was mich besonders interessiert: Wie sieht die Wartung bei einem Batteriespeicher im Alltag aus? Die Hersteller suggerieren ja gerne, dass das alles völlig wartungsfrei ist – aber das glaube ich ehrlich gesagt nicht so ganz. Gibt es da trotzdem Dinge, die man regelmäßig prüfen sollte? Firmware-Updates, Zellbalancing, Anschlüsse kontrollieren usw.?

Außerdem würde mich interessieren, wie sich Batteriespeicher nach 4-5 Jahren in der Praxis schlagen. Merkt man die Kapazitätsdegradation tatsächlich im Alltag? Und lohnt es sich, von Anfang an eine größere Kapazität einzuplanen, damit man auch nach Jahren noch genug Puffer hat?

Bei uns ist auch eine Hybrid-Lösung mit Gas-Backup im Gespräch, insofern wäre es interessant zu wissen, ob der Speicher trotzdem sinnvoll bleibt wenn die Wärmepumpe im Winter öfter mal an den Gaskessel übergibt.

Freue mich über echte Erfahrungen, nicht nur Hochglanzprospekte 🙂


6 Antworten
Ralf B.
Beiträge: 6
(@r-brinkmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Hi Thomas, bin selbst auch gerade im Neubau und stecke tief in dem Thema drin.

Ich hab mich ehrlich gesagt noch nicht so intensiv mit der Wartungsseite beschäftigt – mich treibt eher um, wie der Speicher im Sommer mit Kühlung und PV-Überschuss zusammenspielt. Aber die Frage zur Degradation finde ich wichtig, das hatte ich auf dem Zettel nur noch nicht richtig durchdacht.

Was ich bisher rausgefunden hab: Wenn man plant, sollte man nicht auf Kante dimensionieren. Die Faustformel, die ich gelesen habe, ist lieber 10-15% Puffer einplanen damit man nach einigen Jahren nicht schon am Limit ist. Ob das dann bei Hybrid mit Gas-Backup noch aufgeht, weiß ich nicht genau – da bin ich gespannt was die erfahreneren Leute hier sagen.

Wir haben im Frühling auch über normale Heizkörper diskutiert (da hab ich schon woanders gefragt), aber jetzt im Sommer merke ich, dass das Thema Speicher + WP insgesamt komplexer ist als ich dachte.


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ThomasK71
Beiträge: 15
(@thomask71)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Aus meiner Praxis mit der Sole-WP und dem Pufferspeicher (hab dazu auch schon eigene Daten veröffentlicht hier im Forum): Batteriespeicher-Wartung ist wirklich nicht viel, aber man sollte einmal im Jahr konsequent die Logdaten auswerten. Bei meinem System hab ich nach ca. 2 Jahren bemerkt, dass eine Zellgruppe leicht aus dem Balancing gelaufen war – nicht dramatisch, aber sowas erkennt man nur wenn man aktiv reinschaut und nicht nur die zusammengefasste Kapazitätsanzeige kontrolliert.

Zur Hybridkonstellation mit Gas: Das ist kein Problem für den Speicher, der "weiß" ja nicht womit du heizt. Die Ladestrategie und Eigenverbrauchsoptimierung läuft unabhängig davon.

Ein Diagnosetipp noch: Schau dir bei der Herstellerwahl an ob du Rohdaten exportieren kannst (CSV oder API). Die Hersteller-Apps zeigen oft zu wenig Detail für eine echte Zustandsanalyse. Das ist mir inzwischen wichtiger als der Preis pro kWh Speicherkapazität.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 9
(@markus_1989)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Interessante Frage, die ich mir selbst vor einigen Jahren auch gestellt habe. Als Ingenieur schaue ich da etwas nüchtern drauf.

Zur Wartung: Die meisten LiFePO4-Systeme sind tatsächlich relativ pflegeleicht, aber "wartungsfrei" ist eine gezielte Übertreibung der Marketingabteilungen. Was du regelmäßig im Auge behalten solltest: Firmware-Updates (je nach Hersteller halbjährlich bis jährlich), Überprüfung der DC-Anschlussklemmen auf festen Sitz (einmal jährlich reicht meist), und die Logfiles auf Fehlermeldungen oder Zellabweichungen checken – das geht bei den meisten Systemen über die Hersteller-App.

Zur Degradation: Nach meiner Beobachtung und den Daten, die ich bisher gesammelt habe, liegen reale Kapazitätsverluste nach 5 Jahren bei guten Systemen zwischen 5 und 10%. Das ist im Alltag durchaus spürbar, wenn man z.B. im Herbst plötzlich früher vom Netz zieht als erwartet. Ich hatte dazu auch schon im Thread Nachtabsenkung im Sommer sinnvoll oder reine Stromverschwendung? indirekt was angesprochen.

Für die Hybridkonstellation: Der Speicher macht trotzdem Sinn, du verschiebst damit PV-Überschüsse in die Abendstunden, auch wenn die WP im Winter teilweise auf Gas umschaltet. Der Sommerbetrieb allein liefert da oft schon die Amortisationsbasis.


Antwort
SkeptikJAZ42
Beiträge: 51
(@skeptikjaz42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Mal ein kritischer Einwurf: Die "Degradation nach 5 Jahren liegt bei nur 5-10%" Aussage ist Herstellerkommunikation, kein unabhängiger Messwert. Was ich an echten Daten kenne variiert erheblich – hängt stark vom Nutzungsprofil ab, vor allem wielange und wie tief täglich zykliert wird.

Für einen Neubau mit Hybridheizung würde ich erst mal knallhart durchrechnen: Wieviele Vollzyklen schafft das System jährlich realistisch, welche Einsparung in Euro ergibt das, und wie lange läuft die Garantie auf wieviel Restkapazität? Die meisten Hersteller garantieren 70-80% nach 10 Jahren oder X.000 Zyklen. Das klingt gut, bis man die Zahlen ernsthaft prüft.

Sag mir deinen geplanten PV-Ertrag und Jahresstromverbrauch, dann kann ich dir grob sagen ob ein Speicher bei euch überhaupt Sinn ergibt oder ob das Geld besser in eine größere PV-Anlage fliesst.


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