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Balkonkraftwerk mit Steckdosenspeicher – lohnt das im Sommer überhaupt?

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S.Weber85
Beiträge: 12
Themenstarter
(@s-weber85)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#115]

Hallo zusammen,

ich überlege schon eine Weile, ob ich zu meinem Balkonkraftwerk (600W, zwei Panels) noch einen dieser Steckdosenspeicher nachrüsten soll. Die Dinger kann man ja einfach einstecken, kein Elektriker nötig, und der Speicher puffert den Solarstrom für abends. Klingt erstmal praktisch.

Bei uns läuft im Sommer die Wärmepumpe kaum – wir haben eine Luft-Wasser-WP hauptsächlich fürs Warmwasser und fürs Heizen, und Heizung brauchen wir gerade natürlich nicht. Die WP läuft also fast nur für den Warmwasserbetrieb, vielleicht 1-2 kWh am Tag. Den Rest unseres Stromverbrauchs machen Kühlschrank, Gefriertruhe, und jetzt im Juli natürlich auch ab und zu ein Ventilator.

Meine Frage: Macht ein Balkonkraftwerk-Speicher (so 1-2 kWh Kapazität) in meiner Situation Sinn? Ich meine, im Sommer produzieren die Panels tagsüber ganz gut, aber tagsüber sind wir oft weg (Urlaub, Arbeit). Abends könnten wir den gepufferten Strom dann für Alltag nutzen.

Hat jemand so ein System im Einsatz? Was sind die Verluste beim Be- und Entladen? Und ist das mit der WP überhaupt kombinierbar oder redet man da aneinander vorbei, weil die Systeme gar nicht miteinander kommunizieren?

Danke schon mal!
S.Weber85


4 Antworten
Karl-Heinz H.
Beiträge: 20
(@k-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab mich mit dem Thema Wirtschaftlichkeit bei Wärmepumpen schon öfter beschäftigt (z.B. Rechnet sich Gasheizung raus gegen WP oder reine Verkaufsstrategie?), und da gilt dasselbe Prinzip: Die Wirtschaftlichkeit hängt stark davon ab, wie viel Strom du wirklich selbst nutzt.

Bei 1-2 kWh Speicherkapazität und einer WP die im Sommer kaum läuft, ist das durchaus sinnvoll – aber mit gedämpften Erwartungen. Die Verluste beim Laden und Entladen liegen je nach Gerät bei 10-20%, also von 1 kWh gespeichertem Strom kommen grob 0,8-0,9 kWh wieder raus. Wenn du abends regelmäßig 1-2 kWh verbrauchst (Kühlgeräte, Licht, TV), dann könnte sich so ein Steckdosenspeicher über mehrere Jahre tatsächlich rechnen – aber eben nur wenn die Ertragskurve deiner Panels auch passt und ihr wirklich oft nicht zuhause seid tagsüber.

Die WP kommuniziert mit solchen Plug-and-Play-Speichern in der Regel gar nicht. Die Systeme laufen völlig unabhängig. Das ist kein Problem, aber du solltest keine smarte Optimierung erwarten – der Speicher lädt einfach wenn Strom da ist, und gibt ab wenn er gebraucht wird. Mehr nicht.


Antwort
WpSkeptiker4764
Beiträge: 40
(@wpskeptiker4764)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Naja, ich bin da etwas skeptischer als die Vorposter. 200-350 Euro für 1 kWh Kapazität, mit 15% Wandlungsverlusten, die Batterie hält vielleicht 8-10 Jahre wenn man Glück hat – und das alles nur damit man abends den Kühlschrank aus gepuffertem Solarstrom betreibt? Die Amortisation die T.Brinkmann74 oben rechnet klingt schön auf dem Papier, aber da ist noch kein Ersatz der Batteriezellen eingerechnet, und der Wirkungsgrad im echten Betrieb ist meistens schlechter als die Herstellerangabe.

Ich find diese Steckdosenlösungen ehrlich gesagt mehr so ein Lifestyle-Produkt. Technisch funktioniert das schon, keine Frage. Aber wer ernsthaft Eigenverbrauch optimieren will, sollte lieber in eine vernünftige Komplettlösung investieren die auch mit der WP sprechen kann. So ein Plug-and-Play-Ding ist nett für das gute Gewissen, aber keine ernsthafte Energieoptimierung.


Antwort
T.Brinkmann74
Beiträge: 16
(@t-brinkmann74)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich rechne sowas gerne durch bevor ich kaufe (hab das auch beim Hybrid-System Amortisationsthread gemacht).

Also grob überschlagen: 1 kWh Steckdosenspeicher kostet aktuell so 200-350 Euro je nach Marke. Wenn du täglich 1 kWh einsparst zum Netzstrompreis von sagen wir 30 Cent, sind das 109 Euro im Jahr – aber realistischerweise nur von April bis Oktober, also ca. 7 Monate. Macht etwa 63 Euro pro Saison. Amortisation: 3-5 Jahre, je nach Gerät und Auslastung.

Das ist kein Schnäppchen, aber auch kein totaler Flop. Wenn die Panels eh schon da sind und du den Strom sonst einspeisen würdest (für mickrige 8 Cent), dann machts schon Sinn. Bei 600W Panels und gutem Südstand kriegst du im Sommer locker 3-4 kWh am Tag, davon vielleicht 2 kWh die du nicht direkt nutzt – die würde der Speicher puffern können wenn er groß genug ist.

Kommunikation mit der WP: Vergiss es. Die zwei Systeme reden nicht miteinander, das ist richtig erkannt.


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R.Hoffmann
Beiträge: 38
(@r-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Grundsätzlich funktionieren diese Steckdosenspeicher technisch einwandfrei – ich hab in anderen Threads schon öfter zu solchen Installationsfragen beigetragen und kann sagen: Solange das Gerät VDE-konform ist und ein Zertifikat hat, ist das fürs normale Balkonkraftwerk rechtlich okay.

Den Punkt von WpSkeptiker4764 versteh ich, aber ich würd das nicht ganz so hart sehen. Für jemanden der in einer Mietwohnung oder mit begrenztem Budget unterwegs ist, sind diese Komplettsysteme schlicht keine Option. Da ist ein Steckdosenspeicher durchaus eine vernünftige Zwischenlösung. Man muss halt wissen was man bekommt: autonomen, ungeregelten Puffer ohne Systemintegration – mehr nicht.

Zur WP-Frage: Wenn du die WP für Warmwasser so einstellst dass sie tagsüber läuft (SG-Ready oder einfach Zeitprogramm), dann profitierst du indirekt von der Solaranlage auch ohne Speicher. Den Speicher dann für abendliche Grundlast nutzen ist eigentlich die sauberere Lösung als zu versuchen die WP darüber zu steuern.


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