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Hybridheizung mit alten Heizkörpern – Gaskessel als Backup sinnvoll?

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Thorsten81
Beiträge: 15
Themenstarter
(@thorsten81)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#122]

Ich stoße hier im Forum immer wieder auf die Empfehlung, bei der Sanierung einfach alles auf reine Wärmepumpe umzustellen und notfalls ein paar Heizkörper zu tauschen. Das halte ich für ziemlich naiv, zumindest bei Bestandsgebäuden mit alter Heizkörperanlage.

Mein konkretes Szenario: Baujahr 1987, Einfamilienhaus, keine Fußbodenheizung, klassische Plattenheizkörper überall. Die Heizkörper sind von der Fläche her nicht ausgelegt auf 45°C Vorlauf oder weniger – die liefen bisher mit 65-70°C. Ich hab jetzt verschiedene Angebote eingeholt, und alle Installateure sagen mir "entweder alle Heizkörper raus oder Sie bekommen kein gutes Ergebnis mit der Wärmepumpe".

Ich frage mich aber: Macht es nicht mehr Sinn, eine Luft-Wasser-WP mit dem bestehenden Gaskessel als Hybridlösung zu kombinieren? Also an moderaten Tagen läuft die WP alleine mit z.B. 50-55°C, und wenn's richtig kalt wird und die Heizkörper mehr brauchen, springt der Gas als Backup an – dann auch mit höherer Vorlauftemperatur. So müsste ich nicht zwingend alle Heizkörper sofort tauschen, das wäre etappenweise möglich.

Die Frage ist dann natürlich: Wie dimensioniere ich das richtig? Welche Heizkörper sollten als erstes raus, welche kann ich noch ein paar Jahre lassen? Gibt es da eine sinnvolle Priorisierung, oder ist das zu individuell? Und habt ihr Erfahrungen mit solchen Hybridlösungen in der Praxis, auch hinsichtlich der Steuerung welches System wann übernimmt?


2 Antworten
T.Breitmeyer
Beiträge: 7
(@t-breitmeyer)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Zur Steuerung kann ich kurz was sagen, auch wenn mein Fokus eher auf Warmwasser liegt: Schau dir unbedingt an, wie die WP-Steuerung mit dem Gaskessel kommuniziert. Proprietäre Systeme vom gleichen Hersteller machen da oft weniger Ärger als Mischkonstruktionen. Ich hab das beim Thema Warmwasser-Steuerung im Sommer auch gemerkt: schlechte Kommunikation zwischen Komponenten kostet richtig Effizienz. Bei deiner Hybridkonstellation würde ich auf jeden Fall einen Bivalenzpunkt zwischen -3°C und +2°C als Startpunkt nehmen und dann über eine Heizperiode beobachten wie oft der Gas tatsächlich zuschaltet.


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Stefan-Mueller
Beiträge: 49
(@stefan-mueller)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das ist eigentlich genau das Thema, mit dem ich mich nach meiner langen Pause wieder reinarbeite – ich hab ähnliche Ausgangsbedingungen beim Sanierungsprojekt hier. Bei mir war die erste Anlage noch Sole-Wasser, da lief das alles noch anders, aber das Grundproblem mit den alten Heizkörpern und dem Temperaturniveau kenne ich.

Zur Hybridlösung: Ich hab in verschiedenen Foren gelesen, dass das technisch gut funktioniert, wenn die Regelung sauber gemacht wird. Der kritische Punkt ist meiner Erfahrung nach, ab welcher Außentemperatur der Gaskessel übernimmt – das nennt sich Bivalenzpunkt. Wenn der zu tief angesetzt ist, läuft die WP kaum, wenn er zu hoch ist, macht das Hybrid keinen Sinn.

Mit dem schrittweisen Heizkörpertausch würde ich pragmatisch vorgehen: Räume mit langen Betriebszeiten zuerst (Wohn- und Schlafzimmer), Badezimmer und kaum genutzte Räume können warten. Aber ich bin selber kein Profi – ich such da auch noch verlässliche Quellen. Bin gespannt was andere dazu sagen.


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