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Heizlast pro Raum selbst berechnen für WP-Umbau – wo anfangen?

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SmartHeat_Tech
Beiträge: 51
Themenstarter
(@smartheat_tech)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#91]

Hallo zusammen,

ich plane gerade für den Herbst die Umrüstung unserer Gasheizung auf eine Wärmepumpe und nutze den Sommer um alles ordentlich vorzubereiten. Eine Sache die mich wirklich beschäftigt ist die raumweise Heizlastberechnung im Zusammenhang mit den vorhandenen Heizkörpern.

Konkretes Problem: Wenn die WP künftig mit 45°C Vorlauf (oder idealer noch mit 40°C) arbeiten soll, müssen die Heizkörper ja deutlich mehr Fläche bringen als bei den früheren 70°C. Ich hab mich schon ein bisschen eingelesen und bin über den Begriff 'Leistungskorrektur über den KMS-Faktor' gestolpert, aber ich blick da noch nicht ganz durch.

Wie geht ihr das in der Praxis an? Habt ihr die Heizlast wirklich Raum für Raum nach DIN EN 12831 berechnet oder reicht eine vereinfachte Überschlagsrechnung? Und wenn ich dann die erforderliche Heizkörperleistung bei 40/30°C Systemtemperatur weiß – wie bestimme ich ob der vorhandene Heizkörper ausreicht oder ob ich tauschen muss?

Es geht mir nicht darum ob ich tauschen soll (das Thema gibt's hier schon öfter), sondern wirklich um die Berechnungsmethodik dahinter. Welche Kennzahlen brauche ich vom Heizkörper, welche Tools oder Tabellen nutzt ihr? Für Tipps bin ich sehr dankbar!

VG,
SmartHeat_Tech


2 Antworten
Marcus89
Beiträge: 43
(@marcus89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Rainer hat das eigentlich schon gut erklärt. Ich will nur noch ergänzen: Vergiss nicht den Gleichzeitigkeitsfaktor und vor allem die interne Wärmequellen (Personen, Geräte) – die senken die tatsächlich benötigte Heizleistung nochmal. Bei der Berechnung nach Norm kommt man manchmal auf Werte die in der Praxis gar nicht erreicht werden müssen.

Ich hab das bei meinem Altbau auch erstmal überkompliziert angegangen, am Ende hat mir ein Energieberater in zwei Stunden mehr geholfen als wochenllanges Selbststudium 😉


Antwort
Rainer_H_1971
Beiträge: 6
(@rainer_h_1971)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das ist genau die richtige Frage bevor man irgendetwas bestellt oder rausreißt. Ich hab mich mit dem Thema auch intensiv beschäftigt, damals im Kontext meines Gründerzeit-Hauses – falls dich das interessiert, ich hab einiges dazu im Thread Hybrid-WP im Gründerzeit-Haus: Vorlauftemperatur und alte Heizkörper? geschrieben.

Zur Methodik: Du brauchst vom Heizkörper die Normleistung bei 75/65/20°C (also Norm-Vorlauf 75°C, Rücklauf 65°C, Raumtemp 20°C). Die steht auf dem Typenschild oder im Datenblatt. Dann rechnest du über die sogenannte "mittlere logarithmische Übertemperatur" (LMTD) um auf dein neues Temperaturniveau. Bei 40°C Vorlauf und 30°C Rücklauf bei 20°C Raumtemperatur beträgt die Normleistung des Heizkörpers dann oft nur noch 30-40% des ursprünglichen Wertes – je nach Bauart sogar weniger.

Der Exponent n (liegt zwischen 1,2 und 1,4 je nach Heizkörpertyp) ist dabei entscheidend. Plattenheizkörper haben n ≈ 1,3, Konvektoren eher 1,4. Für die raumweise Heizlast nach EN 12831 brauchst du U-Werte der Bauteile, Fensteranteile, Raumvolumen und den Normaußentemperatur-Wert für deinen Standort. Vereinfacht geht's mit dem Programm "Heizlast.de" oder einfach mit Excel wenn du weißt was du tust.

Kurz gesagt: Typenschildleistung × Korrekturfaktor ≥ Heizlast des Raums. Wenn nicht, muss der Heizkörper größer.


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