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LFP vs. NMC Batteriespeicher: Was stimmt wirklich an den Herstellerangaben?

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StillHunter47
Beiträge: 28
Themenstarter
(@stillhunter47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#127]

Ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Wahl eines Batteriespeichers für unsere PV-Anlage und stehe vor der Entscheidung LFP (Lithium-Eisenphosphat) oder NMC (Nickel-Mangan-Kobalt). Die Datenblätter und Herstellerversprechen lesen sich alle blendend – aber als jemand, der seit 15 Jahren in der Gebäudetechnik arbeitet, weiß ich, dass Herstellerangaben und Praxisrealität oft erheblich auseinandergehen. Das kennen wir ja aus dem Bereich Schallschutz zur Genüge.

Konkret interessiert mich: Stimmt es, dass LFP-Zellen tatsächlich die angegebenen 4.000-6.000 Zyklen erreichen, oder ist das wie bei Wärmepumpen-Schallpegeln – klingt gut im Datenblatt, sieht in der Praxis anders aus? NMC hat bekanntlich höhere Energiedichte, aber die Hersteller kommunizieren die thermische Stabilität sehr unterschiedlich. Wie sieht das im realen Betrieb aus, gerade im Sommer bei hohen Umgebungstemperaturen?

Was mich außerdem skeptisch macht: Viele Anbieter bewerben ihre NMC-Systeme mit BMS-Schutzfunktionen als quasi risikolos. Aber wie wird das in der Praxis tatsächlich gehandhabt? Hat jemand belastbare Vergleichsdaten aus dem echten Betrieb – also keine Hochglanzbroschüren, sondern Messwerte, Kapazitätsverluste über die Jahre, Verhalten bei 35°C Außentemperatur im Keller?

Mich interessiert hier die technische Substanz, nicht das Marketinggeschwätz.


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2 Antworten
Leon B.
Beiträge: 9
(@leon-brauer)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Interessante Frage, ich beschäftige mich gerade auch mit dem Thema Speicher für meine geplante Wasser-Wasser-WP. Was ich in meiner Recherche bisher rausgefunden hab: Der Kapazitätsverlust bei NMC hängt sehr stark vom oberen Ladelimit ab. Viele Systeme werden werksseitig auf 90% begrenzt, was die Zyklenfestigkeit deutlich verbessert – das verschweigen die Hersteller gerne in den Hauptprospekten und schreibt es nur ins Kleingedruckte.

Bei LFP ist das Spannungsfenster von Natur aus stabiler, was in der Theorie zu weniger Stress auf die Zellen führt. Ich hab dazu einige Studien gelesen (unter anderem vom Fraunhofer ISE), die zeigen dass LFP bei 25°C Betriebstemperatur nach 3.000 Zyklen noch über 85% Kapazität hat. Aber – und das ist der Haken – die wenigsten Privatanwender haben ihre Speicher unter solchen Idealbedingungen.

Für meine Smart-Home-Anbindung wäre mir außerdem wichtig, dass das BMS ordentliche Schnittstellen bietet. Da ist NMC von großen Herstellern teilweise besser aufgestellt, was die Kommunikationsprotokolle angeht. Ist halt immer ein Gesamtpaket.


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Stefan-Meier
Beiträge: 8
(@stefan-meier)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich bin da ehrlich gesagt nicht so tief drin wie du, Thomas. Für mich als jemand im Schichtdienst zählt vor allem: läuft das Ding zuverlässig ohne dass ich ständig draufschauen muss? LFP hat mir mein Installateur als wartungsärmer beschrieben, weil das BMS weniger eingreifen muss. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen.

Was ich aber sagen kann: Ich hab mir zu dem Thema Wartungsarmut schon einen eigenen Thread aufgemacht, wo's mehr um die WP selbst geht. Für den Speicher schau ich hauptsächlich auf die Garantiebedingungen – wenn ein Hersteller 10 Jahre gibt, muss er ja selbst davon überzeugt sein dass die Zyklen halten. Ist jetzt nicht die tiefste Analyse, ich weiß.


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