Hallo zusammen,
als alter Heizungsfritz mit 40 Jahren Berufserfahrung frage ich mich momentan, ob der ganze Hype um Wärmepumpen berechtigt ist oder ob das hauptsächlich cleveres Marketing der Hersteller ist.
Meine eigene Gasheizung von 2018 läuft tadellos, Verbrauch etwa 18.000 kWh/Jahr für 180 qm Altbau. Jetzt rechnen mir alle vor, dass eine Wärmepumpe langfristig günstiger wäre. Aber ehrlich gesagt - bei den aktuellen Anschaffungskosten von 25.000-30.000 Euro, selbst mit Förderung, frage ich mich: Wann amortisiert sich das denn wirklich?
Bei den schwankenden Strompreisen und der Tatsache, dass ich vermutlich auch noch die Heizkörper austauschen müsste... Da komme ich schnell auf 40.000 Euro Gesamtinvestition.
Ich will hier niemanden schlecht reden, aber nach vier Jahrzehnten im Heizungsbau habe ich schon viele Trends kommen und gehen sehen. Manchmal denke ich, die Zahlen werden schöngerechnet.
Hat jemand von euch eine ehrliche Kostenrechnung gemacht? Über 15-20 Jahre gerechnet? Bin gespannt auf eure Erfahrungen.
Gruß
Karl-Heinz
Danke Karl-Heinz für deinen ehrlichen Beitrag! Endlich mal jemand der nicht sofort in den WP-Lobgesang einstimmt.
Ich bin auch Altbau-Besitzer (Baujahr 1962, 160qm) und habe ähnliche Bedenken. Bei mir kommen die WP-Verkäufer regelmäßig vorbei und rechnen mit Traumwerten - JAZ 4,0 und mehr. Aber wenn ich dann in anderen Foren lese, erreichen viele im Altbau gerade mal 2,5-3,0. Bei den aktuellen Strompreisen ist das dann oft teurer als Gas.
Dazu kommt bei mir: die alten Heizkörper sind definitiv zu klein dimensioniert für niedrige Vorlauftemperaturen. Also entweder neue Heizflächen oder die WP läuft permanent auf 55-60°C - da ist die Effizienz dann im Eimer.
Was mich stört ist diese Schwarz-Weiß-Malerei. WP ja oder nein, Klimaschutz hin oder her. Aber keiner redet ehrlich über die Kosten im unsanierten Bestand. Deine 40k sind realistisch, hab ähnliche Angebote bekommen.
Lass deine Gasheizung laufen, solange sie funktioniert.