Hallo zusammen,
jetzt wo die Heizperiode endlich hinter uns liegt und ich etwas Zeit habe (Urlaubsplanung läuft schon, aber Mitte Juni ist noch etwas ruhiger), wollte ich mal meine JAZ für das komplette Heizjahr 2025/2026 vorstellen und fragen, wie ihr so dasteht.
Meine Anlage: Luft-Wasser-WP, Baujahr 2022, Einfamilienhaus Bj. 1994, ca. 160m² beheizte Fläche, teilweise Fußbodenheizung und teilweise alte Heizkörper im OG. Ich hab einen Wärmemengenzähler verbaut und lese den Stromzähler der WP separat aus.
Meine Zahlen für den Zeitraum Oktober 2025 bis Ende April 2026 (reine Heizperiode, Warmwasser hab ich rausgerechnet):
- Wärmeenergie geliefert: 18.400 kWh
- Stromverbrauch WP: 5.100 kWh
- Daraus JAZ: 3,61
Ich finde den Wert eigentlich ganz okay, aber ich bin unsicher ob das für meinen Altbau mit gemischtem Heizsystem realistisch ist oder ob da noch mehr drin wäre. Der Winter war ja auch nicht besonders kalt, was die JAZ natürlich positiv beeinflusst.
Was habt ihr so für JAZ-Werte erreicht dieses Jahr? Und berechnet ihr das genauso oder anders? Bin gespannt auf eure Erfahrungen.
Ich hab mich ja im COP/SCOP-Thread schon ausführlich damit auseinandergesetzt, was diese Kennzahlen bedeuten – und da muss ich bei aller Anerkennung für die saubere Datenerfassung mal etwas bremsen: Eine JAZ von 3,61 klingt erstmal gut, sagt aber ohne Gradtagzahl-Normierung nicht allzu viel über die Anlageneffizienz aus.
Der Winter 2025/26 war statistisch unterdurchschnittlich kalt, das hat natürlich die JAZ nach oben getrieben. Wenn du den Wert mit einem kälteren Jahr vergleichen willst, wärst du evtl. bei 3,3 oder weniger gelandet. Das ist keine Kritik an deiner Anlage – nur ein Hinweis dass man sich nicht zu sehr auf einen guten JAZ-Jahrgang ausruhen sollte.
Was mich interessiert: Welche Vorlauftemperatur fährst du im Auslegungspunkt? Und hast du Nachtabsenkung aktiv? Die Kombination aus beidem hat bei mir den größten Hebel gehabt.
3,61 klingt für ein Gebäude Bj. 1994 mit gemischtem System durchaus solide. Ich hatte mich ja schon im Speicherbedarf-Thread damit beschäftigt, wie man Jahreswerte sauber auswertet – und genau dieser Punkt ist wichtig: Du hast Warmwasser rausgerechnet, das machen viele nicht und dann sind die Zahlen nicht vergleichbar.
Zum Vergleich meine Werte: Ähnlicher Haustyp (Bj. 1989, 145m², reine FBH), gleicher Messzeitraum – ich komme auf JAZ 3,84. Aber ich hab letztes Jahr auch die Vorlauftemperatur nochmal runtergeregelt, nachdem ich festgestellt hab dass wir im Altbau früher einfach zu hoch gefahren sind.
Dein Mischsystem mit Heizkörpern im OG zwingt dich ja zu höheren Vorlauftemperaturen als bei reiner FBH – das kostet messbar Effizienz. Wenn du im Sommer Zeit hast, würde ich mal schauen ob du die Heizkörper hydraulisch optimieren oder zumindest die Heizkurve feiner abstimmen kannst. Das könnte nächste Saison 0,2-0,3 Punkte bringen.
Wie TechNick oben schreibt – der Normierungsaspekt ist wichtig. Aber ehrlich gesagt ist 3,61 für Bj. 94 mit Heizkörpern im OG schon gut. Ich kenn Anlagen in ähnlichen Gebäuden die unter 3,0 dümpeln weil die Vorlauftemperaturen einfach zu hoch eingestellt sind.
Vom Inverter-Thema her (hab mich da letztens intensiv mit befasst) weiß ich dass ein sauber laufender Verdichter im Teillastbetrieb enorm viel ausmacht. Wenn deine Anlage viel taktet statt moduliert, verlierst du da schon einiges. Schau mal ob du im Datlog siehst wie oft pro Tag deine WP an/aus geht.