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COP und SCOP – was steckt wirklich hinter diesen Kennzahlen?

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Markus B.
Beiträge: 14
Themenstarter
(@markus-breitner)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#146]

Hallo zusammen,

nachdem ich mich jetzt seit ein paar Wochen intensiver mit dem Thema Wärmepumpe beschäftige, stolpere ich immer wieder über die Begriffe COP und SCOP. In Prospekten, auf Herstellerseiten, in Foren – überall tauchen diese Zahlen auf, aber so richtig verstanden habe ich es noch nicht.

Ich verstehe, dass es irgendwie um die Effizienz geht – also wie viel Wärme die Pumpe aus einer bestimmten Menge Strom herausholt. Aber warum gibt es dann zwei verschiedene Werte? Und warum schwanken die teilweise so enorm? Ich habe COPs von 2,8 bis 5,5 gesehen – das ist doch ein riesiger Unterschied.

Konkret frage ich mich:
- Was genau ist der Unterschied zwischen COP und SCOP?
- Unter welchen Bedingungen wird der COP gemessen, und wie realistisch ist das für den Alltag?
- Welcher Wert ist für mich als künftigen Betreiber wirklich relevant?
- Und wenn der SCOP der "jahresdurchschnittliche" Wert ist – wie kann ich einschätzen, ob ein SCOP von z.B. 3,8 gut oder schlecht ist?

Ich bin gerade dabei, verschiedene Angebote zu vergleichen und möchte nicht einfach auf die höchste Zahl im Datenblatt hereinfallen. Im Sommer, wenn die Wärmepumpe vielleicht sogar noch zum Kühlen genutzt werden könnte, spielt das ja auch eine Rolle, denke ich.

Vielen Dank schon mal!


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4 Antworten
L.Weber94
Beiträge: 32
(@l-weber94)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab letzten Sommer angefangen, die Heizkreistemperaturen bei mir schrittweise zu senken (da gibts nen eigenen Thread dazu von mir), und dabei ist mir klargeworden wie eng COP und Vorlauftemperatur zusammenhängen.

Die Faustregel die ich mir gemerkt hab: Pro Grad mehr Vorlauftemperatur sinkt der COP ungefähr um 2-3%. Klingt wenig, aber wenn du statt 35°C auf 55°C gehst, macht das locker 30-40% Effizienzunterschied. Deshalb wird beim COP immer die Kombination aus Außentemperatur und Vorlauftemperatur mit angegeben – sowas wie A2/W55 oder A7/W35.

Für den Vergleich zwischen Geräten ist der SCOP nach EN 14825 halbwegs standardisiert, also kannst du Herstellerangaben vergleichen, wenn sie alle dieselbe Klimazone (meist "Gemäßigtes Klima" für Deutschland) verwenden. Trotzdem: Die echte Jahresarbeitszahl in deinem Haus kann abweichen – nach oben oder unten.


Antwort
L.Weber
Beiträge: 48
(@l-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab mich mit den JAZ-Werten und deren Verhältnis zum SCOP schon ausgiebig beschäftigt, hab dazu auch mal einen Thread gestartet falls du tiefer einsteigen willst.

Das Wichtigste kurz: SCOP ist der normierte Planungswert vom Hersteller, die JAZ (Jahresarbeitszahl) ist das, was deine Anlage in der Realität erreicht. Die können voneinander abweichen – manchmal deutlich.


Antwort
TechNick_99
Beiträge: 11
(@technick_99)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Mila und Weber haben das eigentlich gut erklärt. Ich würde nur noch einen Punkt ergänzen, der bei Neueinsteigern oft untergeht: Der COP in Herstellerprospekten wird fast immer unter optimalen Bedingungen gemessen. Bei Luftwärmepumpen z.B. A7/W35 – also 7°C Außentemperatur und nur 35°C Vorlauf. Das ist nett, aber an einem -5°C-Januarmorgen mit 55°C Vorlauf sieht das ganz anders aus.

Zum Kühlen im Sommer, den du angesprochen hast: Dann gibt es analoge Kennwerte (EER und SEER), die den Kühlbetrieb beschreiben. COP/SCOP beziehen sich rein auf Heizen. Wenn du also auch kühlen willst, solltest du explizit nach den EER-Werten fragen – die werden in Angeboten oft gar nicht erwähnt.

Für die Praxis würde ich sagen: SCOP über 3,5 ist solide, über 4,0 gut für eine Luftwärmepumpe in Deutschland. Erdwärmepumpen liegen systembedingt etwas höher. Aber wie gesagt – das sind Richtwerte, kein Garant für deine Situation.


Antwort
Mila K.
Beiträge: 33
(@mila28)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hallo Markus,

ich habe mich vor ein paar Monaten auch intensiv damit beschäftigt, als ich Angebote für unser EFH verglichen habe – du findest dazu auch meinen Thread Luft- oder Erdwärmepumpe für unser EFH – woran soll ich mich orientieren?, da kam das Thema auch kurz auf.

Kurz gesagt: Der COP ist eine Momentaufnahme unter Laborbedingungen. Er sagt aus, wie viel kW Wärme die Pumpe pro kW Strom liefert – aber eben nur bei einer ganz bestimmten Außen- und Vorlauftemperatur. Typisch ist z.B. A7/W35 (7°C Außenluft, 35°C Vorlauf). Das ist natürlich nicht dein Alltag.

Der SCOP ist der saisonale Wert, also quasi der Jahresdurchschnitt über verschiedene Temperaturbedingungen. Der ist deutlich aussagekräftiger für deine Betriebskosten. Ein SCOP von 3,8 heißt grob: Du bekommst 3,8 kWh Wärme für 1 kWh Strom übers Jahr gerechnet.

Ob 3,8 gut oder schlecht ist, hängt aber stark vom Gebäudetyp und der Vorlauftemperatur ab. Bei Fußbodenheizung und niedrigen Vorlauftemperaturen sind Werte über 4 realistisch, bei älteren Heizkörpersystemen eher nicht.


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