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Monitoring-Tools im Vergleich: Was taugt wirklich für den Alltag?

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Klaus-Weber
Beiträge: 36
Themenstarter
(@klaus-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#49]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Wochen intensiver damit, meine Wärmepumpe vernünftig zu überwachen und die Daten auch langfristig auszuwerten. Bisher logge ich nur sporadisch den Stromzähler ab und schreibe es in eine Tabelle – das ist natürlich suboptimal.

Jetzt bin ich durch verschiedene Forenbeiträge auf unterschiedliche Lösungen gestoßen: ioBroker, Home Assistant, FHEM, Loxone, aber auch herstellereigene Portale wie SG-Ready-Dashboards oder die Apps der WP-Hersteller. Dazu kommen noch externe Hardwarelösungen mit eigenen Energiezählern (z.B. Shelly oder spezialisierte Wärmemengenzähler mit M-Bus-Anbindung).

Mich interessiert: Was nutzt ihr wirklich im Alltag, und was hat sich nach ein, zwei Jahren als sinnvoll erwiesen? Nicht was theoretisch am meisten kann, sondern was sich ohne stundenlangen Adminaufwand betreiben lässt.

Ich bin kein IT-Profi, kann aber einfache Konfigurationen vornehmen. Meine WP läuft seit Herbst 2024, Luft-Wasser, mit PV-Anlage. Im Sommer jetzt möchte ich die Ruhephase nutzen, um das Monitoring endlich ordentlich aufzusetzen – bevor im Herbst wieder die Heizperiode losgeht.

Was sind eure Erfahrungen? Gibt's klare Empfehlungen oder typische Fallstricke?


6 Antworten
Werner69
Beiträge: 63
(@werner69)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Also ich nutz seit zwei Jahren einfach nur nen Stromzähler mit S0-Ausgang und logge das in eine einfache Tabelle. Reicht mir völlig um zu sehen obs passt oder nicht. Hab mich damals mit dem Heizungsbauer über Defrost-Zyklen gestritten und gemerkt: ohne eigene Daten bist du aufgeschmissen. Die genauen Auswertung braucht nicht jeder, hauptsache man hat was zum Nachweisen wenns Probleme gibt.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 9
(@markus_1989)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Guter Punkt von MarkusF., den teile ich so halb. Klar sollte man wissen warum man misst. Aber ich finde trotzdem: wer eine WP mit PV hat wie der Fragesteller, kommt an einem ordentlichen Monitoring kaum vorbei. Ohne Daten weißt du nicht ob dein Eigenverbrauch wirklich optimiert ist oder ob du Potenzial verschenkst.

Ich hab bei mir festgestellt – und das war nur dank genauer Messung möglich – dass meine WP regelmäßig außerhalb der PV-Spitzenzeiten anlief, obwohl die Steuerung das eigentlich berücksichtigen sollte. Das kostet bares Geld.

Tool-Empfehlung: Wenn du Linux-Grundkenntnisse hast, würde ich Home Assistant + Shelly + Wärmemengenzähler empfehlen. Wenn nicht: schau dir mal das fertige Paket von einem der WP-affinen Smarthome-Anbieter an, die bieten zunehmend fertige Bundles an. Kostet mehr, spart aber Nerven.

Jeden Falls den Sommer nutzen – im Oktober ist man dann froh wenns läuft.


Antwort
Markus F.
Beiträge: 14
(@markusf)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab das Thema von einer etwas anderen Seite angegangen, weil mir die Software-Bastelei ehrlich gesagt zu aufwändig war. Meine WP hat eine herstellereigene App und ich hab einfach geschaut, welche Daten die rausgibt. Bei Viessmann ist das mit ViCare recht ordentlich – COP-Näherungswerte, Laufzeiten, Temperaturen. Natürlich nicht so granular wie Home Assistant, aber für den Überblick reicht es.

Was mich bei dem ganzen DIY-Monitoring-Hype manchmal skeptisch macht: Man verbringt mehr Zeit mit dem Auswerten der Daten als mit dem eigentlichen Problem. Ich hab bei meinem Inverter-Modul-Thema gemerkt, dass selbst mit perfektem Monitoring die Diagnose letztlich der Fachmann machen muss.

Also mein Rat: erst überlegen was man wirklich mit den Daten anfangen will, dann das passende Tool wählen. Nicht umgekehrt.


Antwort
Hans B.
Beiträge: 11
(@h-breitmoser)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich möchte noch einen Aspekt ergänzen, der hier noch nicht erwähnt wurde: die Qualität der Messung selbst ist entscheidend, nicht nur das Tool drumherum.

Ich habe bei mir einen eichpflichtigen Wärmemengenzähler eingebaut – das war eine bewusste Entscheidung, weil ich die Daten auch für eventuelle Streitfälle mit dem Versorger oder Installateur verwenden wollte. Ein Shelly misst den Strom, aber die Wärmeabgabe erfasst er natürlich nicht direkt.

Für eine echte JAZ-Berechnung braucht man also mindestens: Stromverbrauch der Pumpe (Shelly oder ähnliches) plus Wärmemengenzähler im Heizkreis. Manche setzen noch einen für Warmwasser separat, das gibt dann wirklich präzise Aufschlüsselung.

Das Software-Frontend ist dann fast Geschmackssache. Ich selbst nutze eine simple InfluxDB plus Grafana-Kombination, das läuft seit 18 Monaten absolut problemlos. Wer das nicht möchte: auch Excel kann man mit regelmäßigem manuellen oder per Script auslesbaren Exports befüttern. Es muss nicht immer die komplexeste Lösung sein.

Für die Planung über den Sommer: Wärmemengenzähler nicht vergessen beim Fachmann beauftragen, der muss physisch eingebaut werden.


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