Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade in der ruhigeren Sommerzeit etwas intensiver mit meinen Verbrauchsauswertungen und bin über eine Frage gestolpert, die mich schon länger beschäftigt.
Wir haben seit letztem Herbst einen 200-Liter-Pufferspeicher nachgerüstet, den der Installateur empfohlen hat um die Taktung zu reduzieren. Das leuchtet mir prinzipiell ein. Aber jetzt frage ich mich: Wie messe ich eigentlich ob das wirklich etwas gebracht hat? Der Speicher verursacht ja auch Wärmeverluste (Abstrahlung etc.), also ist der Effekt am Ende wirklich positiv?
Ich habe die Betriebsstunden-Daten aus dem Heizungsprotokoll von letztem Winter und könnte die mit dem Vorjahr vergleichen, aber damals hatte ich noch keinen Wärmemengenzähler eingebaut, was den Vergleich schwierig macht. Die Starts pro Tag sind definitiv weniger geworden (von durchschnittlich ~14 auf ~6 im gleichen Temperaturbereich), aber ob das in der Jahresarbeitszahl wirklich messbar ist – keine Ahnung.
Hat jemand sowas systematisch verglichen? Gibt es eine sinnvolle Methode das zu bewerten ohne zwei identische Winter mit identischem Nutzungsverhalten zu haben? Ich bin kein Techniker aber versuche das so gut wie möglich selbst nachzuvollziehen.
Danke schonmal
Das ist in der Praxis tatsächlich schwer sauber zu messen, weil – wie Sie selbst schreiben – kein Winter dem anderen gleicht. Was ich in meiner Planungsphase gelernt habe: Fachleute, die sich wirklich die Anlage anschauen, können das oft besser einschätzen als reine Datensätze.
Die Standby-Verluste eines 200-Liter-Speichers liegen je nach Dämmung bei etwa 1–2 kWh pro Tag. Das ist im Winter nicht nichts. Wenn die Taktung vorher sehr hoch war (14 Starts klingt für eine WP tatsächlich zu viel), dann kann sich der Puffer rechnen – aber das muss man ehrlich gegenrechnen.
Eine pragmatische Methode: Heizgradtage des Vergleichszeitraums nehmen und den Stromverbrauch normieren. Gibt es in Ihrer Protokollsoftware eine Auswertung nach Betriebsstunden je Grad-Tag? Das wäre zumindest ein annähernder Vergleich. Ohne Wärmemengenzähler bleibt es aber leider immer ein bisschen Kaffeesatzleserei.
Ehrlich gesagt würd ich da nicht zu viel rein interpretieren. Wenn die Starts runter sind und die Anlage ruhiger läuft – passt doch.
Gute Frage, hab mich das bei meiner Erdwärmepumpe auch gefragt. Kurz gesagt: ja, die Taktreduktion ist real, aber ob die JAZ steigt hängt stark von der WP-Charakteristik ab. Manche Geräte brauchen beim Anlaufen überproportional viel Strom (die Anlaufphase), und da hilft der Puffer tatsächlich. Andere laufen eh schon modulierend und takten kaum – da bringt ein Puffer thermisch wenig und die Verluste fressen den Gewinn wieder auf.
Das mit dem Wärmemengenzähler ist leider das Problem. Ohne den kannst du nur indirekt vergleichen. Was ich machen würde: Startzählungen pro kWh Wärmeeintrag vergleichen, also nicht nur absolute Starts. 6 Starts bei halbem Wärmebedarf sind schlechter als 14 Starts bei vollem Betrieb.
Ich hab damals auch viel zu dem Thema gelesen als ich mich mit Split vs. Monoblock beschäftigt hab – in dem Thread hier wurde das Thema Hydraulik auch kurz gestreift. Vielleicht hilft das als Kontext.
Also ich muss hier etwas differenzieren, weil das Thema oft zu simpel dargestellt wird.
Der Pufferspeicher hilft primär der WP, nicht dem Nutzer direkt. Die Starts-Reduktion schont den Kompressor und verlängert die Lebensdauer – das ist der eigentliche Hauptvorteil, nicht zwingend die JAZ. Bei modulierenden Inverter-WPs ist der JAZ-Effekt oft marginal oder sogar leicht negativ wenn der Puffer schlecht eingebunden ist (Schichtung zerstört, falsche Einbindehöhe etc.).
Ich hatte mal in dem COP/SCOP-Thread erklärt warum Systemeffizienz immer ganzheitlich betrachtet werden muss. Der Puffer ist Teil des hydraulischen Systems – wenn der Rest nicht passt, nützt der Puffer wenig.
Für deinen konkreten Fall: 14 Starts/Tag ist bei einer normalen LWP definitiv zu viel gewesen. Die Reduktion auf 6 ist gut. Ob du das in der JAZ siehst kommt drauf an wie gut dein WMZ kalibriert ist – kleine Effizienzunterschiede von 0,1–0,2 JAZ-Punkten liegen oft im Messrauschen. Du brauchst wirklich zwei vergleichbare Heizperioden mit identischer Messtechnik für eine belastbare Aussage.