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COP im Januar unter 2 – ist meine Anlage kaputt oder normal?

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Stefan-Koch34
Beiträge: 7
Themenstarter
(@stefan-koch34)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#41]

Hallo zusammen,

ich sitze hier gerade im Sommer und gehe meinen Winterdaten durch, weil ich endlich mal verstehen will was da los war. Wir haben eine Luft-Wasser-Wärmepumpe seit knapp zwei Jahren, Baujahr 2024, Einfamilienhaus von 1998 mit nachgedämmter Fassade und Fußbodenheizung im Erdgeschoss (Obergeschoss noch Heizkörper).

Im Januar und Februar hatte ich laut meiner Aufzeichnung einen COP von teilweise unter 2, einmal sogar 1,7 an besonders kalten Tagen. Die Vorlauftemperatur war an solchen Tagen bei etwa 45-47°C. Der Installateur sagt, das sei bei Außentemperaturen um -8 bis -10°C völlig normal. Ich bin da aber unsicher.

Meine Fragen:
- Ab welchem COP sollte man sich wirklich Sorgen machen?
- Ist COP 1,7-2,0 bei -10°C draußen und 45°C Vorlauf tatsächlich ok?
- Zieht das den Jahres-SCOP so stark runter, dass sich die Anlage nicht mehr rechnet?

Für den nächsten Winter würde ich das gerne besser im Griff haben. Jetzt im Sommer läuft natürlich alles super mit dem Brauchwasser, aber der Winter hat mich echt verunsichert. Danke schon mal für eure Einschätzungen!


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7 Antworten
MarkusH.
Beiträge: 26
(@markush)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das klingt auf den ersten Blick tatsächlich nicht dramatisch, aber ich hab bei mir ähnliche Situationen beobachtet. Bei -10°C Außentemperatur und 45°C Vorlauf ist COP 2 für eine Luft-Wasser-WP leider keine Katastrophe, sondern physikalisch erklärbar – je größer die Temperaturdifferenz zwischen Quelle und Senke, desto schlechter die Effizienz.

Das Verhältnis wird durch den Carnot-Wirkungsgrad begrenzt, und moderne Geräte kommen da selten über 50-55% des theoretischen Maximums. Bei deinen Bedingungen wäre ein "perfekter" Carnot-COP ungefähr 6,6, realistisch also so 3,0-3,5 bei gut optimierten Bedingungen. Wenn du 1,7 hast, könnte aber auch Abtaubetrieb reinspielen – die Abtauzyklen drücken den gemessenen COP deutlich nach unten, weil die Anlage dabei kurzzeitig Energie verbraucht statt zu erzeugen.

Ich hatte hier im Forum auch schon über Rücklauftemperaturen geschrieben (W/W-WP Rücklauftemp. steigt auf 38°C - wo ansetzen?) – wenn die Vorlauftemperatur insgesamt zu hoch eingestellt ist, leidet der COP dauerhaft. Schau mal ob du die Heizkurve etwas absenken kannst, auch im Heizkörperbereich.


Antwort
L.Fischer
Beiträge: 48
(@l-fischer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das ähnlich wie MarkusT84, aber noch ein konkreter Hinweis: 1,7 an einem Tag mit -10°C und aktiven Abtauzyklen ist grenzwertig aber nicht unbedingt ein Defekt. Unter 1,5 würde ich anfangen, den Techniker zu rufen.

Was ich bei meiner alten Anlage gelernt hab (ich bin gerade in der Überlegung sie zu ersetzen, hab dazu auch schon hier im Forum geschrieben): Gerade Mischanlagen mit Fußbodenheizung und Heizkörpern sind für WPs eigentlich nicht ideal dimensioniert. Die Heizkörper verlangen eben oft 40-50°C Vorlauf, und das killt die Effizienz im Winter spürbar.

Kurzfristig: Prüf mal ob die Heizkurve wirklich richtig eingestellt ist oder ob sie zu steil ist. Viele Anlagen sind vom Installateur auf der "sicheren Seite" eingestellt, sprich zu warm. Langfristig wäre ein hydraulischer Abgleich sehr empfehlenswert wenn der noch nicht gemacht wurde.


Antwort
MarkusT84
Beiträge: 44
(@markust84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ja, das ist im Grunde normal – aber "normal" heißt ja nicht "optimal". Der springende Punkt ist, dass COP immer eine Momentaufnahme ist. An einem Einzeltag mit -10°C und Abtauen kann der auch kurz auf 1,5 fallen, das ist kein Fehler.

Was wirklich zählt ist der SCOP über die ganze Saison. Der sollte bei einer modernen LWP in Deutschland auch mit etwas älterem Bestand zwischen 3,0 und 3,5 liegen. Wenn dein Jahres-SCOP trotzdem gut ist, kannst du die Wintereinbrüche etwas entspannter sehen.

Ich hab mich da mal intensiver mit den Grundlagen beschäftigt, gerade was COP und SCOP wirklich aussagen – falls das hilft: COP und SCOP – was steckt wirklich hinter diesen Kennzahlen?. Da wird das gut erklärt.

Die Kombination Fußbodenheizung unten / Heizkörper oben ist halt auch nicht ideal. Wenn du die Heizkörper mit höherer Vorlauftemperatur versorgen musst, zieht das die ganze Anlage nach oben.


Antwort
SmartPump_28
Beiträge: 13
(@smartpump_28)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Da muss ich Markus-Breitner ein bisschen zustimmen – ob 1,7 "normal" ist, hängt stark von der Anlage und Einstellung ab. Ich hab beruflich mit Anlagenoptimierung zu tun und sehe oft, dass Installateure die Heizkurve zu steil einstellen als Sicherheitspuffer. Das führt dann zu unnötig hohen Vorlauftemperaturen, die den COP runterzieht.

Konkrete Empfehlung: Falls du noch nicht gemacht hast, lass die Heizkurve professionell einstellen und den hydraulischen Abgleich prüfen. Das kostet überschaubar und kann den SCOP im nächsten Winter deutlich verbessern. Die Mischanlage mit Heizkörpern oben ist tatsächlich das größte Optimierungspotenzial – wenn du da irgendwann auf niedrigtemperaturfähige Heizkörper umrüstest, wirst du einen deutlichen Unterschied merken. Ist natürlich eine Investition, aber langfristig sinnvoll.


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