Hallo zusammen,
ich plane gerade im Sommer meine WP-Installation, damit im Herbst alles fertig ist. Hab eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (ca. 10 kW) und einen 500-Liter-Pufferspeicher vorgesehen. Jetzt bin ich beim Thema Hydraulik hängengeblieben und komme aus dem Lesen nicht mehr raus.
Meine Frage: Brauche ich zwischen der Wärmepumpe und dem Pufferspeicher eine eigene Umwälzpumpe, oder reicht die interne Pumpe der WP dafür aus? Die meisten Wärmepumpen haben ja schon eine integrierte Pumpe verbaut. Wenn die stark genug ist, um den Puffer zu beladen – wozu dann noch eine zweite?
Ich hab gelesen, dass manche Installationen eine sogenannte Primärkreispumpe extra einbauen, andere wiederum kommen ohne aus. Mein Installateur meinte, die interne Pumpe der WP reicht in den meisten Fällen, aber ich will das gerne besser verstehen bevor ich ihm einfach blind vertraue.
Konkret: Welche Faktoren entscheiden das? Leitungslänge, Druckverlust, oder hängt das vom WP-Modell ab? Und falls eine zweite Pumpe nötig ist, wo genau sitzt die dann – direkt am Puffereintritt oder eher auf der WP-Seite?
Für die Heizkreisseite (also vom Puffer zu den Verbrauchern) ist mir klar, dass dort eigene Pumpen laufen. Aber dieser Primärkreis zwischen WP und Puffer macht mir noch Kopfzerbrechen.
Danke schon mal!
Ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als die Vorredner, die das eher entspannt sehen.
Das Problem ist nicht nur der Druckverlust auf dem Weg zum Puffer – das ist auch die Regelstrategie. Wenn die interne WP-Pumpe gleichzeitig den Primärkreis bedienen muss UND die WP intern kühlt, kann es in Übergangssituationen zu unschönen Kompromissen kommen. Manche WP-Steuerungen regeln die interne Pumpendrehzahl nach dem eigenen Wärmebedarf, nicht nach dem optimalen Volumenstrom zum Puffer.
Eine externe Primärkreispumpe gibt dir da mehr Flexibilität und Kontrolle. Kostet halt 150-200 Euro extra plus Einbau, aber du hast eine sauberere hydraulische Entkopplung.
Bei Erdwärmepumpen ist das übrigens Standard – da hat der Solekreis immer eine eigene Pumpe. Bei LWP wird das aus Kostengründen oft weggespart, was aber nicht automatisch bedeutet dass es optimal ist. Nur meine Sichtweise, ich hab mich da bei der Erdbohrung vs. LWP Diskussion schon etwas tiefer reingefuchst.
Ich bin zwar kein Hydrauliker, aber nach meiner Neubauplanung letztes Jahr hab ich mich da auch intensiv eingelesen.
Was ich gelernt habe: Der entscheidende Begriff ist "hydraulischer Abgleich" zwischen Erzeugerkreis (WP) und Verbraucherkreis (Heizung). Der Pufferspeicher entkoppelt diese beiden Kreise voneinander, und genau das ist der Kernpunkt. Ob du eine externe Pumpe im Primärkreis brauchst, hängt – wie Klaus-Weber oben richtig schreibt – von den Druckverlusten ab.
Bei meiner Anlage (ähnliche WP-Größe, Neubau mit kurzen Wegen) hat der Installateur auf eine zweite Pumpe verzichtet und das hat sich in einem Winter als richtig herausgestellt. Die Anlage läuft stabil.
Ein Aspekt den ich noch ergänzen würde: Schau in die technische Dokumentation deiner WP. Die meisten Hersteller geben dort einen maximalen zulässigen externen Druckverlust an. Liegt dein Primärkreis darunter, brauchst du keine externe Pumpe. Das ist eigentlich die einfachste und verlässlichste Prüfmethode.
Kurz und knapp: Bei den meisten Standard-Installationen mit vernünftigen Leitungswegen – nein, keine zweite Pumpe nötig. Die internen Pumpen heutiger WP sind für genau diesen Anwendungsfall ausgelegt.
Aber ich will mal einen Punkt ansprechen den hier noch keiner genannt hat: Wenn du einen größeren Pufferspeicher hast (ab ca. 800L aufwärts) mit internen Rohrsystemen oder Wärmetauschern, kann der interne Widerstand des Speichers selbst zum Problem werden. Bei deinem 500L-Direktpuffer ist das aber eigentlich kein Thema, solange kein integrierter Tauscher drin ist.
Ich hab das bei 70°C Hochtemperaturanlagen schon anders erlebt – da sind die Anforderungen an den Volumenstrom höher und die interne Pumpe kommt manchmal an ihre Grenzen. Bei einer normalen 10kW LWP im Niedertemperaturbereich passiert dir das aber kaum. Schau trotzdem kurz ins Datenblatt, Kennlinie der internen Pumpe sollte da drin sein.
Guter Punkt von TechnikPaul, aber ich würd das nicht zu kompliziert machen. In der Praxis sehe ich bei Standardinstallationen selten Probleme wenn die WP-interne Pumpe genutzt wird – vorausgesetzt der Installateur hat die Rohrdimensionen vernünftig gewählt.
Was ich dem Fragesteller aber noch mitgeben würde: Frag konkret nach dem Mindestvoluemstrom deiner WP. Viele LWP haben da recht strikte Anforderungen, gerade beim Abtauen im Winter. Wenn der Primärkreis dann zu viel Widerstand hat und der Volumenstrom unter das Minimum fällt, gibt's Fehlermeldungen oder die WP schaltet im ungünstigsten Moment ab. Das wäre dann tatsächlich ein Argument für eine externe Pumpe.
Für Sommerplanung ist das natürlich alles theoretisch – du merkst das erst wenn's kalt wird. Deswegen lieber jetzt die Datenblätter wälzen als im Oktober rätseln warum die WP zickt.