Hallo zusammen,
ich plane gerade meine Heizungsanlage um und stehe vor der Frage ob ich einen Pufferspeicher einplanen soll oder nicht. Installateur sagt ja, ein Bekannter mit WP sagt nein, im Internet find ich gefühlt beide Meinungen gleich oft – ich blick da ehrlich gesagt nicht mehr durch.
Konkret: Ich hab eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, ca. 10 kW, Baujahr ist für nächstes Jahr geplant, Haus ist ein Einfamilienhaus aus den 90ern, teilweise saniert (Dach und Fenster neu, Wände noch nicht). Fußbodenheizung im EG, Heizkörper im OG.
Die Argumente die ich kenne: Puffer soll Takten verhindern, Effizienz verbessern, Heizkreise hydraulisch entkoppeln. Gegenseite sagt moderne WP brauchen keinen Puffer mehr, das sei veraltetes Denken und kostet nur Aufstellfläche und Geld.
Jetzt ist ja Sommer und ich will das eigentlich noch vor dem Herbst durchplanen und den Heizungsbauer beauftragen. Hat jemand praktische Erfahrungen damit? Was habt ihr bei euch verbaut und bereut ihr es oder nicht?
Besonders würde mich interessieren ob der Puffer bei einem gemischten System (FBH + Heizkörper) wirklich notwendig ist oder ob das auch ohne klappt.
Danke schonmal!
Ich seh das etwas anders als Markus. Der Pufferspeicher ist kein Allheilmittel und ich erlebe immer wieder Anlagen wo er mehr Probleme macht als löst – falsch dimensioniert, schlecht eingebunden, und dann wundert man sich warum die Effizienz mies ist. Hab mich mit sowas auch im Sanierungskontext beschäftigt, da geht vieles schief wenn die Grundlagen nicht stimmen.
Bei einem 90er-Jahre-Haus ohne vollständige Sanierung solltest du erstmal die Heizlast vernünftig berechnen lassen bevor du über Hydraulik nachdenkst. Wenn die WP zu groß ausgelegt wird, hilft auch kein Puffer gegen das Takten. Das ist dann symptombekämpfung.
Und die Mischung FBH + Heizkörper ist ja nicht per se ein Problem – kommt auf die konkrete Hydraulik an. Lass dir vom Installateur einen Hydraulikplan zeigen und diskutier den hier, dann kann man konkreter urteilen.
Die Frage hab ich mir auch mal gestellt, hab dazu sogar im Kontext von PV-Überschuss drüber nachgedacht – WW-Bereitung per WP + PV: Wann lohnt sich Überschussladung wirklich? – da ging's zwar um Warmwasser, aber die Grundlogik ist ähnlich.
Bei deiner Konstellation (FBH + Heizkörper) würde ich einen kleinen Puffer tatsächlich empfehlen, und zwar nicht wegen dem Takten alleine, sondern weil du zwei Heizkreise mit unterschiedlichen Temperaturniveaus hast. Die FBH will deutlich niedrigere Vorlauftemperaturen als die Heizkörper im OG. Ohne hydraulische Entkopplung kann das zu Regelungsproblemen führen, die man unterschätzt.
Die Aussage 'moderne WP brauchen keinen Puffer' stimmt in bestimmten Fällen – nämlich wenn du nur einen einzigen homogenen Heizkreis hast und die WP gut moduliert. Aber bei gemischten Systemen ist das schon eine andere Sache.
Mein Tipp: Kein riesiger 500-Liter-Koloss, aber ein 100-200 Liter Puffer als hydraulische Weiche ist bei eurem Aufbau wahrscheinlich die sauberere Lösung. Kosten überschaubar, Nutzen real.