Benachrichtigungen
Alles löschen

Zwei Pufferspeicher parallel koppeln – Vor- und Nachteile?

5 Beiträge
5 Benutzer
0 Reactions
51 Ansichten
Stefan K.
Beiträge: 28
Themenstarter
(@stefan-koch)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#119]

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor einer hydraulischen Frage und komme nicht so recht weiter. Ich habe aktuell einen 500-Liter-Pufferspeicher im Keller, der an meiner Wärmepumpe hängt. Nun hat mir ein Bekannter einen gebrauchten 300-Liter-Speicher angeboten, der noch in gutem Zustand sein soll. Mein Gedanke: Einfach beide zusammenschalten und damit mehr Puffervolumen haben.

Jetzt stellt sich mir die Frage, wie man das hydraulisch am sinnvollsten angeht. Parallel schalten klingt erstmal logisch, aber ich habe irgendwo gelesen, dass das nicht so einfach ist wie es klingt – dass sich die Temperaturen ungleichmäßig verteilen können oder ein Speicher immer bevorzugt wird. In Reihe schalten wäre die andere Option, aber ich bin ehrlich gesagt unsicher was das für die Schichtung bedeutet.

Es geht mir auch nicht nur ums Heizen – ich überlege ob ich das System langfristig ggf. für eine PV-Kopplung nutzen will, also Überschussstrom im Sommer in Wärme umwandeln. Im Moment läuft die Anlage ja eh fast nicht (bin eh gerade im Urlaub gewesen diese Woche), aber ich will die Umbauarbeiten lieber jetzt planen wenn es Zeit gibt.

Hat jemand Erfahrung damit, wie man zwei unterschiedlich große Puffer sinnvoll koppelt? Gibt es da eine hydraulische Standardlösung, oder ist das eher ein Fall für den Installateur? Was müsste ich beim Rohrdurchmesser und bei den Anschlüssen beachten?

Danke schon mal!


4 Antworten
Niklas T.
Beiträge: 11
(@technick_99)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Kurze Ergänzung noch: Wenn du das mit PV-Überschuss kombinieren willst, schau dir mal an ob deine WP-Steuerung überhaupt eine SG-Ready-Schnittstelle hat. Ohne die wird das mit der gezielten Überschussnutzung eh nix, egal wieviel Puffervolumen du hast.


Antwort
Klaus H.
Beiträge: 5
(@klaushartmann69)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Also ich sag das mal direkt: Unterschiedlich große Puffer parallel zu schalten ist eigentlich eine schlechte Idee, und zwar genau aus dem Grund den ErdwaermeNeu28 anspricht. Du kriegst das hydraulisch nicht sauber abgeglichen ohne Drosselventile, und selbst dann bleibt es ein Kompromiss.

Ich hab mich letztes Jahr intensiv mit Jahresverbräuchen und Betriebsoptimierung befasst (u.a. im Thread Jahresstromverbrauch WP 2026 – was sind realistische Erwartungswerte?) und dabei ist mir klar geworden: ineffiziente Hydraulik frisst JAZ weg, still und heimlich.

Wenn du unbedingt mehr Volumen willst, dann lieber in Reihe – Vorlauf in den oberen Anschluss von Speicher 1, Übergang oben nach oben in Speicher 2, Rücklauf unten raus. Aber ganz ehrlich: Ein gebrauchter 300er Puffer, dazu nochmal Rohre, Armaturen, ggf. Dämmung – da addieren sich Kosten. Rechne das mal durch bevor du anfängst. Im Sommer macht das bei dir eh kaum Unterschied, und für PV-Überschuss reicht dein 500er in den meisten Fällen völlig aus, solange die Steuerung passt.


Antwort
ErdwaermeNeu28
Beiträge: 50
(@erdwaermeneu28)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hi, ich bin selbst noch relativ neu in dem Thema (hab mich da erst eingelesen, auch durch so Threads wie Wärmepumpe ganz von vorne: Was muss ich als Laie zuerst verstehen?), aber zur Speicherkopplung hab ich ein bisschen was aufgeschnappt.

Das Hauptproblem bei zwei Puffern parallel ist tatsächlich die ungleiche Durchströmung. Wenn die Querschnitte und Leitungslängen nicht exakt abgeglichen sind, nimmt der "günstigere" Speicher immer mehr Volumenstrom auf. Der andere bleibt dann tendenziell kälter oder heizt sich schlechter durch. Das nennt sich hydraulischer Abgleich zwischen den Speichern – und der ist nicht trivial, gerade wenn die Speicher unterschiedlich groß sind wie bei dir (500L vs. 300L).

In Reihe schalten ist eigentlich einfacher, aber dann opferst du die Schichtung im ersten Speicher, weil der Rücklauf vom zweiten wieder reinkommt. Für PV-Überschuss im Sommer klingt mehr Volumen erstmal sinnvoll, aber ob ein gebrauchter 300er den Aufwand wirklich rechtfertigt, würde ich erstmal durchrechnen lassen. Ich wäre da vorsichtig.


Antwort
Klaus H.
Beiträge: 11
(@klaushartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Da stimme ich KlausHartmann69 grundsätzlich zu, möchte aber noch einen Punkt ergänzen der oft übersehen wird: die Dämmung der Verbindungsleitung zwischen zwei in Reihe geschalteten Speichern. Wenn diese Leitung auch nur ein paar Meter durch einen ungedämmten Keller läuft, verlierst du im Sommer mehr Wärme als du denkst – gerade wenn du PV-Überschuss einlagern willst und der Speicher tagelang auf 50-55°C gehalten werden soll.

Zur Frage Parallel vs. Reihe: Für unterschiedlich große Volumina ist Reihe tatsächlich die sauberere Lösung. Allerdings würde ich dabei darauf achten, dass der größere Speicher (dein 500er) als erster im Vorlauf sitzt. Die WP lädt ihn zuerst, der 300er nimmt quasi den Überlauf. Das erhält zumindest im 500er eine gute Schichtung.

Vom Rohrdurchmesser her: Verbindungsleitung zwischen den Speichern mindestens so groß wie der bestehende Speicheranschluss, besser eine Nennweite größer um Druckverluste zu minimieren. Das sollte ein kompetenter Installateur in einem Nachmittag hinbekommen, das ist kein Hexenwerk.


Antwort
Teilen: