Benachrichtigungen
Alles löschen

Tandem-Verdichter: Wann macht das wirklich Sinn und wo sind die Grenzen?

3 Beiträge
3 Benutzer
0 Reactions
24 Ansichten
Thomas-Krger
Beiträge: 48
Themenstarter
(@thomas-krger)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#137]

Ich beschäftige mich gerade intensiver mit Tandem-Verdichter-Systemen und bin ehrlich gesagt etwas skeptisch gegenüber dem, was die Hersteller da versprechen. Grundprinzip ist mir klar: zwei Verdichter in einem Kältekreis, die je nach Lastanforderung einzeln oder gemeinsam betrieben werden. Aber was bedeutet das in der Praxis wirklich?

Ein paar konkrete Punkte, die mich interessieren:

Erstens die Effizienz bei Teillast – gerade im Sommer, wenn ich passiv oder aktiv kühle, läuft ja meist nur ein Verdichter. Wie sieht der COP dann realistisch aus, nicht der Herstellerprospekt-Wert bei A7/W35?

Zweitens die Warmwasserbereitung: Viele Systeme müssen für WW auf höhere Vorlauftemperaturen gehen. Schalten dann beide Verdichter gleichzeitig zu? Das klingt für mich nach erhöhtem Verschleiß an dem Verdichter, der sonst im Teillastbetrieb schläft.

Drittens die Kombination mit Fußbodenheizung: Der Teillastbetrieb mit nur einem Verdichter klingt gut für niedrige Vorlauftemperaturen, aber wie stabil ist das Regelverhalten wirklich, wenn der zweite Verdichter zugeschaltet wird? Gibt's da Druckschwankungen im Kältekreis, die die Effizienz kurzfristig killen?

Und generell: Tandem vs. Inverter-Einzelverdichter – wo liegt der Break-even in der Praxis? Ich habe das Gefühl, dass Tandem-Systeme oft als Wunderlösung verkauft werden, ohne die Nachteile transparent zu machen. Wäre dankbar für Erfahrungen aus der Praxis, nicht aus Datenblättern.


2 Antworten
Klaus H.
Beiträge: 13
(@klaushermann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich kann aus Sicht eines Altbaus (70er Jahre, noch unsaniert) dazu wenig Konkretes sagen, aber eins fällt mir auf: Bei nem schlecht gedämmten Haus wie meinem wäre ein Tandem-System vielleicht sogar interessanter als im Neubau, weil die Heizlast wirklich groß ist. Ob ein Einzelverdichter da noch sauber modulieren kann oder ständig in Volllast läuft, frage ich mich. Aber das ist wohl eher ne Frage der korrekten Dimensionierung insgesamt.


Antwort
Bernd_81
Beiträge: 57
(@bernd_81)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, ich plane gerade meinen Neubau und bin über Tandem-Systeme auch gestolpert. Was ich bisher rausgefunden hab: Das Grundprinzip macht Sinn für Häuser mit großem Lastbereich – also wenn du im Sommer vielleicht nur 2-3 kW brauchst, im Winter aber 10+ kW. Ein Inverter-Einzelverdichter moduliert zwar auch, aber bei sehr großem Spreizbereich kann ein Tandem effizienter sein weil beide Verdichter jeweils in ihrem optimalen Betriebspunkt laufen.

Dein Punkt mit der Warmwasserbereitung sehe ich ähnlich kritisch. Ich hab mich da schon mal mit der JAZ-Mindestanforderung für die BEG-Förderung beschäftigt – und gerade da spielen WW-Zyklen eine unterschätzte Rolle für die Jahresarbeitszahl.

Der Verschleiß-Aspekt bei ungleichmäßiger Nutzung der beiden Verdichter ist real. Gute Systeme wechseln deshalb ab welcher Verdichter die Grundlast trägt, quasi Laufzeitausgleich. Ob das alle Hersteller vernünftig implementieren – keine Ahnung, da fehlen mir Langzeiterfahrungen. Im Neubau würde ich persönlich erstmal einen gut dimensionierten Inverter bevorzugen, es sei denn die Heizlastberechnung ergibt wirklich extremen Spreizbereich.

Mein Tipp: Hol dir von mindestens drei verschiedenen Anbietern Angebote ein und vergleich nicht nur den Preis, sondern auch die Garantiebedingungen und den After-Sales-Service. Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, die Unterschiede sind teilweise erheblich. Lass dich auch von einem unabhängigen Energieberater vor Ort beraten, das spart dir hinterher oft teure Fehler. Angebot vergleichen für Wärmepumpen


Antwort
Teilen: