Mich beschäftigt seit längerem ein Thema, das ich im Forum immer wieder nur am Rande behandelt sehe: die Wechselwirkung zwischen Aufstellort, Dimensionierung und Schallentwicklung bei Neubauprojekten – und zwar nicht erst in der Installationsphase, sondern schon bei der Heizlastberechnung selbst.
Ich arbeite seit 15 Jahren im Anlagenbau und sehe bei Projekten immer wieder denselben Fehler: Die Heizlast wird ordentlich nach DIN 12831 berechnet, die WP wird passend ausgewählt – und dann stellt sich heraus, dass der geplante Aufstellort (meistens Hauswand zur Terrasse oder Grenzbereich) schalltechnisch schlicht nicht funktioniert. Entweder weil Reflexionen durch Hauswände oder Zäune unterschätzt wurden, oder weil die WP im Teillastbetrieb – der ja bei korrekt dimensionierten Geräten im Neubau quasi der Dauerbetrieb ist – auf bestimmten Frequenzen deutlich lauter ist als das Datenblatt bei Volllast suggeriert.
Meine konkrete Frage: Berücksichtigt ihr bei der Dimensionierung aktiv den späteren Betriebspunkt hinsichtlich Schall, also z.B. bei welcher Modulation das Gerät typischerweise laufen wird? Oder wird das komplett losgelöst vom Schallgutachten/der Aufstellplanung betrachtet?
Ich finde es ehrlich gesagt problematisch, wenn in Planungsunterlagen pauschal steht "Schallschutzmaßnahmen nach Herstellerempfehlung ausreichend" – das greift meiner Erfahrung nach viel zu kurz. Bin gespannt ob das hier jemand ähnlich sieht oder ob ich da zu kritisch bin.
Ich bin da ehrlich gesagt noch nicht so tief drin – plane gerade erst meine Wasser-Wasser-WP und hab mich bisher vor allem mit JAZ und Smart Home beschäftigt. Aber diese Perspektive war mir so nicht bewusst, dass der Teillastbetrieb schallmäßig anders sein kann als im Datenblatt. Nehm ich mit, danke.
Interessanter Punkt, den du da aufwirfst. Ich hab mich mit dem Thema auch schon auseinandersetzen müssen – bei uns war die Wasser-Wasser-WP schalltechnisch eigentlich kein großes Problem, weil der Schallleistungspegel deutlich niedriger ist als bei Luft-Luft oder Luft-Wasser. Aber ich verstehe was du meinst: Der Betriebspunkt bei Teillast wird in der Planungsphase oft komplett ignoriert.
Was ich bei meiner eigenen Planung gemerkt habe: Die Hersteller geben Schallwerte meist nur bei einem bestimmten Betriebspunkt an, der mit dem realen Dauerbetrieb im Neubau oft wenig zu tun hat. Vor allem der Inverter-Betrieb im unteren Modulationsbereich kann Frequenzen erzeugen die im Datenblatt gar nicht auftauchen. Das ist kein Marketing-Trick, die messen halt nach Norm – aber ob die Norm praxisrelevant ist, steht auf einem anderen Blatt.
Ob das wirklich systematisch unterschätzt wird oder ob das eher projektspezifisch ist, da wäre ich vorsichtig mit einer pauschalen Aussage. Bei größeren Projekten mit mehreren Einheiten hätte ich aber dasselbe Bauchgefühl wie du. Hatte zuletzt auch kurz in diesem Thread geschrieben, wo Aufstellung und Eigenleistung diskutiert wurden – da wurde das Schallthema auch nur am Rande gestreift.