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Wasser-Wasser WP: Warmwasser integrieren oder eigene Lösung?

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M.Richter
Beiträge: 27
Themenstarter
(@m-richter)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#127]

Hallo zusammen,

bin nach langer Pause wieder hier und versuche mich erstmal wieder reinzufinden. Ich plane gerade den Umbau auf eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung – Brunnenanlage soll neu gebohrt werden, da ist noch einiges offen.

Beim Thema Warmwasserbereitung bin ich mir aber noch nicht schlüssig, wie ich das am sinnvollsten angehe. Konkret: Macht es Sinn, die Warmwasserbereitung direkt über die Wasser-Wasser-WP mitzulösen, also einen entsprechend großen Puffer einzuplanen? Oder wäre ein separater Warmwasserbereiter – z.B. ein Wärmepumpenboiler – die schlauere Lösung?

Gerade im Sommer frage ich mich, ob die Hauptanlage überhaupt regelmäßig anspringt wenn keine Heizlast da ist, oder ob dann das Warmwasser zum Problem wird. Wir sind ein 4-Personen-Haushalt, Verbrauch also nicht gerade wenig.

Was mich außerdem beschäftigt: Bei einem integrierten System muss die WP für Warmwasser auf deutlich höhere Temperaturen laufen als beim Heizen – das dürfte die JAZ belasten, oder? Wie handhabt ihr das?

Für die Brunnenauslegung selbst habe ich noch separate Fragen, aber erstmal möchte ich die Warmwasserfrage klären bevor ich weiter plane. Bin für jeden Hinweis aus der Praxis dankbar, gerne auch kritisch.


4 Antworten
Sarah96
Beiträge: 40
(@sarah96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich bin zwar eher bei Luft-Wasser unterwegs und hab mich im Neubaukontext damit befasst (hatte das hier schon mal angesprochen), aber die Grundüberlegung klingt mir bekannt.

Was mir mein Planer erklärt hat: Wenn du Warmwasser integrierst, brauchst du zwingend einen ausreichend großen Speicher und eine kluge Steuerung, sonst hast du ständig Konflikte zwischen Heizkreis und WW-Bedarf. Gerade bei FBH mit niedrigen Vorlauftemperaturen ist das Temperaturnivau für Warmwasser ein echter Kompromiss.

Für BAFA-Förderung übrigens wichtig: die Anforderungen an die Systemeffizienz gelten fürs Gesamtsystem, also wenn du Warmwasser draufpackst muss das auch passen. Vielleicht kurz beim Energieberater nachfragen bevor du dich festlegst?


Antwort
ThomasK42
Beiträge: 11
(@thomask42)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich seh das etwas anders als mein Vorredner. Ein getrenntes System klingt erst mal aufwändiger, aber in der Praxis macht es bei Wasser-Wasser oft mehr Sinn – vor allem wenn du eh schon überlegst, wie du die Anlage im Sommer nutzt. Ich beschäftige mich gerade viel damit, wie ich meine WP im Sommer passiv kühlen kann, und da stört ein Warmwasser-Mischbetrieb die Hydraulik manchmal mehr als erwartet.

Kurz gesagt: separate Lösung = sauberere Steuerung, einfachere Fehlersuche, bessere JAZ für die Heizanlage.


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Stefan-Berger
Beiträge: 30
(@stefan-berger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Warmwasser separat lösen, Punkt. Bei dem Temperaturniveau das du für WW brauchst willst du deine Hauptanlage nicht dauerhaft dafür quälen, das macht die JAZ kaputt. Hab mich dazu auch schon im Boiler-Hybrid-Thread geäußert – die Logik gilt hier genauso.


Antwort
ThomasK30
Beiträge: 15
(@thomask30)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Gute Frage, die sich bei Wasser-Wasser-Anlagen tatsächlich anders stellt als bei Luft-WP. Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze:

1) Warmwasser über die Hauptanlage mit separatem Trinkwasserspeicher (z.B. 300–500L), Umschaltung per Weiche oder Zirkulationspumpe.
2) Separater Warmwasser-Wärmepumpenboiler, der unabhängig läuft.

Im Sommer ist Variante 1 tatsächlich ein Thema – die Anlage läuft ja kaum für die Heizung, muss aber für Warmwasser regelmäßig hochlaufen, teilweise auf 55–60°C wenn du Legionellenschutz mitdenkst. Das frisst dir JAZ-Punkte.

Ein separater Brauchwasser-Wärmepumpenboiler kann da effizienter sein, besonders wenn er in einem halbwegs temperierten Raum steht und die Abwärme sinnvoll genutzt wird. Im Keller mit 18–20°C im Sommer läuft der sehr gut.

Ich hab dazu übrigens auch in diesem Thread zu Kühlbetrieb und Effizienz im Sommer etwas geschrieben – da geht's zwar um Sole-WP, aber die Überlegungen zur Jahresbilanz sind ähnlich.

Für einen 4-Personen-Haushalt würde ich keinesfalls auf separate Lösung verzichten, allein wegen Betriebsflexibilität.


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