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MFH-Heizlastberechnung: Gleichzeitigkeitsfaktor bei 6 Wohnungen richtig ansetzen?

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Stefan-Berger
Beiträge: 13
Themenstarter
(@stefan-berger)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#74]

Hallo zusammen,

plane für ein 6-Familienhaus (Baujahr 1995) die Dimensionierung einer zentralen Wärmepumpe. Bei der Heizlastberechnung bin ich unsicher, wie ich den Gleichzeitigkeitsfaktor korrekt ansetze.

Einige technische Daten:
- 6 Wohnungen à 70-85 m²
- Einzelne Heizlasten je Wohnung: 4,5-5,2 kW
- Summiert wären das ca. 30 kW
- Zentrale Fußbodenheizung mit 35/30°C

Nun die Frage: Welchen Gleichzeitigkeitsfaktor sollte ich ansetzen? In der Literatur finde ich Werte zwischen 0,6 und 0,8 für MFH. Das würde bedeuten 18-24 kW statt der vollen 30 kW.

Hat jemand praktische Erfahrungen mit ähnlichen Objekten? Besonders interessiert mich, ob sich der Faktor je nach Wohnungsgröße oder Nutzerverhalten unterscheidet. Die Wohnungen sind alle vermietet, falls das relevant ist.

Vielen Dank für eure Einschätzungen!


4 Antworten
WolfgangB.1947
Beiträge: 24
(@wolfgangb-1947)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Servus Stefan,

von meinen Projekten her (habe selbst ein ähnliches MFH von 1987 modernisiert) kann ich folgendes berichten: Der Gleichzeitigkeitsfaktor hängt stark vom Nutzerverhalten ab.

Bei Mietwohnungen mit normaler Belegung bin ich immer gut mit 0,65-0,7 gefahren. Wichtiger als der exakte Faktor ist aber die hydraulische Einbindung. Hast du einen Pufferspeicher eingeplant? Bei 6 Wohnungen und zentraler Versorgung würde ich das dringend empfehlen.

Noch ein Hinweis aus der Erfahrung: Die 1995er Häuser haben oft noch recht gute Bausubstanz, aber manchmal ungleichmäßige Dämmung. Lass auf jeden Fall die einzelnen Wohnungen nochmal genauer prüfen - oft sind die Eckwohnungen deutlich schlechter als die mittleren.


Antwort
SkeptikerWP47
Beiträge: 22
(@skeptikerwp47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Muss da Wolfgang zustimmen - Pufferspeicher ist bei MFH eigentlich Pflicht.

Zum Gleichzeitigkeitsfaktor: Ich hab bei einem 8-Parteien-Haus mal 0,8 angesetzt und das war definitiv zu hoch. Die WP war permanent unterlastet und hat getaktet ohne Ende.

Meine Empfehlung: Nimm 0,65 und plane gleich einen ordentlichen Puffer mit ein. So hast du genug Reserve für die kalten Tage aber keine Überdimensionierung.


Antwort
HelmutK
Beiträge: 35
(@helmutk)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Bei 6 Wohnungen und Baujahr 1995 würde ich eher vorsichtig mit 0,7-0,75 rechnen. Die älteren Gebäude haben oft noch nicht so gleichmäßige Wärmeverteilung wie Neubauten.

Aus der Praxis kann ich sagen: Bei vermieteten Wohnungen ist das Heizverhalten oft uneinheitlicher als bei Eigentümern. Manche heizen kaum, andere haben es gerne sehr warm. Das kann den Gleichzeitigkeitsfaktor nach oben treiben.

Mein Tipp: Schau dir mal die bestehende Heizungsanlage an. Welche Leistung hat die aktuelle Heizung und wie läuft sie in den letzten Wintern? Das gibt oft bessere Anhaltspunkte als reine Theorie. Bei einem ähnlichen Projekt haben wir auch erst die vorhandene Anlage analysiert.


Antwort
WpSkeptiker4764
Beiträge: 25
(@wpskeptiker4764)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

0,8 ist meiner Meinung nach zu hoch gegriffen. Ich würde bei MFH maximal 0,65 ansetzen, eher sogar 0,6.

Denk dran: Wenn alle Wohnungen gleichzeitig voll heizen würden, hättest du ein Problem. Aber das passiert in der Realität eigentlich nie. Unterschiedliche Arbeitszeiten, Urlaubszeiten, persönliche Vorlieben...

Außerdem: Bei 35/30°C Vorlauftemperatur bist du sowieso schon im optimalen Bereich für die WP-Effizienz. Da kann man ruhig etwas knapper dimensionieren, notfalls läuft sie halt etwas länger.


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