Hallo zusammen,
ich bin neu hier und stehe vor meiner ersten Wärmepumpeninstallation im Reihenhaus. Bei der Planung bin ich auf etwas gestoßen, das mich verwirrt: Der Heizungstechniker hat mir eine Normheizlast von etwa 12 kW berechnet (DIN 12831, denke ich). Allerdings sagen mir mehrere Bekannte, dass ihr tatsächlicher Verbrauch im Winter viel niedriger ausfällt – manche sprechen von 50-60% weniger.
Jetzt frag ich mich: Wo entsteht diese Lücke zwischen Normheizlast und realem Verbrauch? Ist das normal? Spielt das eine Rolle bei der Dimensionierung meiner Wärmepumpe, besonders wenn ich später eine Wasser-Wasser-WP einbaue?
Und eine zweite Frage: Kann ich darauf spekulieren, dass meine tatsächliche Last kleiner ist, und deshalb eine kleinere WP kaufen? Oder sollte ich mich an die berechnete Heizlast halten?
Für Tipps zur korrekten Dimensionierung und auch zu aktuellen Förderungen wäre ich sehr dankbar!
Viele Grüße,
Sarah
Guten Tag Sarah,
das ist eine sehr berechtigte Frage, und ich freue mich, dass du das schon vor der Installation fragst. Die Lücke entsteht aus mehreren Faktoren:
Zuerst: Die Normheizlast nach DIN 12831 wird unter standardisierten Bedingungen berechnet – also Außentemperatur von -12°C im Winter. Diese Temperaturen treten regional unterschiedlich häufig auf. In vielen Gegenden Deutschland sind das nur wenige Tage im Jahr.
Zweiter Punkt ist das Nutzerverhalten. Die Norm geht von konstant 21°C Raumtemperatur aus – viele Menschen heizen aber nur auf 19°C oder halten einzelne Räume kühler.
Dritter Grund: Passive Wärmequellen. Sonneneinstrahlung, Körperwärme, Elektrogeräte – all das reduziert den echten Heizbedarf. Die Norm rechnet dafür pauschal mit Zuschlägen, aber real sind diese Quellen oft höher.
Für deine Wasser-Wasser-WP: Nutze dennoch die berechnete Heizlast zur Dimensionierung! Eine zu kleine WP wird im härteren Winter zum Bottleneck. Die höhere Effizienz bei Teillast ist ein Bonus, aber kein Grund zum Unterfahren.
Mein Tipp: Hol dir von mindestens drei verschiedenen Installateuren Angebote ein und vergleich nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungszahlen und die Garantiebedingungen. Ich hab da gute Erfahrungen mit gemacht - beim ersten Angebot hätte ich sonst deutlich mehr bezahlt für ne schlechtere COP-Klasse. Lohnt sich, da ein bisschen Zeit zu investieren. Angebot vergleichen für Wärmepumpen
Sarah, kurz gesagt: Die Norm berücksichtigt Extremszenarien, die real selten vorkommen. Das ist absolut normal.
Ich hab das bei meinen Überlegungen für die Hybridheizung ähnlich erlebt. Der Fachmann berechnete 11 kW, real brauch ich im Schnitt maybe 7-8. Aber für die WP-Auswahl: Nicht zu klein machen! Lieber eine etwas größere WP mit guter Modulation als eine knapp bemessene, die ständig zuschalten muss oder untertourig läuft.