Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor der Frage, ob ich vor der eigentlichen Dimensionierung der Wärmepumpe noch an der Gebäudehülle arbeiten sollte oder ob sich das wirtschaftlich am Ende kaum auswirkt. Es geht um ein Bestandsgebäude, kein Neubau, und wir sind jetzt im September natürlich schon wieder an dem Punkt, wo man merkt, dass die nächsten Heizmonate näher rücken.
Konkret: Es sind noch ein paar Maßnahmen offen, die man relativ sauber angehen könnte, z. B. Dachboden/oberste Geschossdecke, ein Teil der Fensteranschlüsse und vielleicht noch etwas an der Kellerdecke. Ich frage mich aber, ob man damit die Heizlast so weit runterbekommt, dass sich eine kleinere Anlage wirklich spürbar rechnet. Oder macht man sich da schnell was vor und die Einsparung wird durch die Investition in die Hülle erst nach sehr langer Zeit wieder reingeholt?
Mich würde vor allem interessieren, wie ihr das in der Praxis seht: Erst Gebäudehülle verbessern und danach neu rechnen, oder lieber mit dem heutigen Zustand sauber dimensionieren und die Dämmmaßnahmen später als Bonus mitnehmen? Ich habe schon öfter erlebt, dass theoretische Berechnungen und echte Verbrauchswerte doch etwas auseinanderlaufen.
Falls jemand Erfahrungen mit Bestandssanierungen hat: Welche Maßnahmen haben bei euch wirklich messbar etwas an der Heizlast geändert, und ab wann wird es aus eurer Sicht wirtschaftlich sinnvoll?
Ich würde die Hülle immer zuerst dort anfassen, wo das Verhältnis Aufwand zu Wirkung stimmt. Oberste Geschossdecke und Kellerdecke bringen oft mehr als man denkt, und die WP lässt sich danach meist sauberer dimensionieren.
Nur: Nicht alles auf einmal planen. Wenn du sowieso in 2 Jahren die Fenster machst, dann jetzt nicht künstlich auf die größere Maschine gehen. Sonst verbaust du dir die Effizienz gleich am Anfang.