Hallo zusammen,
ich lese hier schon eine Weile mit und versuche gerade, die üblichen JAZ-Angaben aus Prospekten mal etwas mit der Praxis abzugleichen. Mich interessiert vor allem der reale Unterschied zwischen Neubau und Bestandsgebäude - nicht nur als Zahl auf dem Papier, sondern unter echten Betriebsbedingungen im Herbst/Winter.
Hintergrund: Ich plane bzw. analysiere aktuell verschiedene Erdwärme-Varianten für ein Projekt und schaue mir dabei nicht nur die Heizseite an, sondern auch Kühlfunktion und Warmwasserbereitung. Gerade bei Sole-Wasser-WP finde ich spannend, wie stark sich z.B. Bohrtiefe, Sondenfeld, Kollektorvariante und die Warmwasserpriorisierung auf die Jahresarbeitszahl auswirken. Im Neubau wird ja oft mit sehr guten Werten gerechnet, aber im Bestand sehe ich in Berechnungen schnell deutlich schlechtere Zahlen.
Was mich konkret interessiert: Welche JAZ-Werte habt ihr in der Praxis wirklich erreicht, und wie viel davon ist eurer Meinung nach auf das Gebäude selbst zurückzuführen? Also z.B. Neubau mit niedriger Heizlast, wenig Warmwasserverlusten und eventueller passiver Kühlung gegenüber Bestand mit mehr Taktung und höheren Systemtemperaturen. Mich würde auch interessieren, wie stark die Werte jetzt im September schon durch die Warmwasserbereitung beeinflusst werden, wenn die Heizlast noch niedrig ist.
Falls jemand belastbare Erfahrungen mit Sole-Wasser-Systemen hat: Wie groß war der Abstand zwischen Planung und Realität bei euch?
Bei uns war der Unterschied schon deutlich. Im Neubau lagen wir über das Jahr am Ende stabil besser, im Bestand zieht vor allem die Warmwasserbereitung und die höhere Temperatur-Anforderung runter. Gerade im Herbst sieht man das schnell, weil die Heizung kaum läuft und die Zähler dann fast nur WW zeigen.