Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit einer grundsätzlichen Frage, die ich im Forum noch nicht so konkret beantwortet sah: Mein Sohn plant einen KfW-40-Neubau mit Wärmepumpe und Fußbodenheizung – geschätzter Energiebedarf um die 45 kWh/m²a. Sein Nachbar saniert gerade einen 70er-Jahre-Bestand mit ähnlichem Wohnvolumen, plant aber auch eine WP mit Fußbodenheizung und wird wohl bei 100–120 kWh/m²a landen.
Bei gleicher WP-Leistung: Wie unterscheiden sich die realistischen JAZ-Werte nach einem Jahr Betrieb? Und vor allem – welche Investition rentiert sich schneller, wenn man die Gesamtkosten rechnet (WP selbst plus Installations-, Umbau- und Sanierungskosten)? Der Neubau kostet deutlich mehr upfront, aber der Betrieb sollte effizienter sein. Beim Bestand sind die Umbauten teuer, aber die Immobilie steht ja schon.
Habt ihr konkrete Langzeit-Erfahrungen oder Kalkulationen, wie lange es dauert, bis sich die höhere Anfangsinvestition beim Neubau gegenüber der teureren Sanierung auszahlt? Für mein Verständnis der Fußbodenheizungs-Effizienzen sehr wertvoll!
Danke im Voraus,
HelmutK
Gute Frage, HelmutK. Aus meiner Erfahrung mit diversen Störungsanalysen sehe ich da ein echtes Problem: Im Neubau laufen die WPs oft unter optimalen Bedingungen, aber viele Installateure fahren die Vorlauftemperatur trotz FBH zu hoch – dann sinkt die JAZ schneller als gedacht. Im Bestand ist es genau umgekehrt: Die höheren Heizlasten fressen zwar Effizienz, aber wenn die alte Heizung richtig rausgerechnet wird und die FBH ordentlich hydraulisch abgeglichen ist, erreicht man manchmal überraschend gute Werte.
Die Amortisationsrechnung ist knifflig. Neubau gewinnt bei reiner Betriebskostenbetrachtung meist nach 12–15 Jahren, wenn man realistische JAZ-Werte (4,5–5,5) ansetzt. Bestand mit JAZ 3,8–4,5 dauert länger – ABER: Förderung im Bestand ist oft üppiger, und nicht jeder macht beim Neubau gleich auch Fußbodenheizung überall. Mein Rat: Konkrete Angebote vergleichen, nicht nur WP-Kosten, sondern komplette Installation plus Sanierungsumfang.