Hallo zusammen, ich steige nach langer Zeit wieder ins Heizungsthema ein und plane jetzt eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdwärmesonde. Dabei bin ich auf die Frage gestoßen, ob ich die Pumpe monovalent (also komplett ohne Zusatzheizung) oder bivalent (mit Gas- oder Ölkessel als Backup) auslegen sollte.
Mein Haus ist ein Altbau aus den 1980ern, ca. 180 m², noch mit alten Heizkörpern. Die bisherige Ölheizung ist in die Jahre gekommen. Für eine vollständige Sanierung der Gebäudehülle haben wir momentan nicht das Budget.
Jetzt die Kernfrage: Wenn ich monovalent fahre, muss die Sole-WP ja auch die extremen Spitzenlasttage im Winter abdecken. Das bedeutet eine größere Anlage, höhere Bohrkosten für die Sonde. Bivalent wäre günstiger in der Anschaffung, aber dann nutze ich den alten Ölkessel noch Jahre weiter.
Wer hat praktische Erfahrung damit gemacht? Lohnt sich monovalent wirtschaftlich, oder bin ich mit bivalent für die Übergangszeit besser bedient? Und wie ändert sich das durch die neuen BAFA-Regelungen 2026?
Freue mich auf Austausch!
Hey Martin, gute Frage – und sehr realistisches Szenario für viele Altbau-Sanierungen. Ich begleite gerade wieder zwei Freunde bei ähnlichen Projekten, und hier ist meine Beobachtung:
Bei Deinem Altbau mit Ölkessel und ohne umfassende Dämmung würde ich ehrlich gesagt eher zu bivalent tendieren – allerdings mit einer klaren Roadmap. Die monovalente Lösung drückt Dich bei einer großen Erdwärmesonde + größerer WP-Leistung schnell in Budget-Schwierigkeiten, besonders wenn die Bohrung aufwendig wird.
Bivalent mit Gas (nicht Öl!) macht mehr Sinn: Das Backup nutzt Du nur an extremen Kältetagen (vielleicht 20–30 Stunden pro Winter), die WP läuft den Rest effizient. Die BAFA-Förderung 2026 ist hier wichtig – informier Dich vorher genau, welche Hybrid-Konfigurationen noch förderfähig sind. Ich hab dazu vor kurzem was in diesem Thread mitgenommen: Antrag abgelehnt: Häufige Fehler und wie vermeiden?
Das Wichtigste: Lass die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 machen, nicht nur schätzen. Dann siehst Du, ob 8 oder 12 kW WP-Leistung realistisch sind.