Ich bin da ehrlich gesagt etwas skeptisch was diese ganzen Online-Tools angeht. Hab das hier im Forum schon öfter geschrieben, auch im Thread über die 4000€ Preisunterschiede – am Ende kommt's auf die Eingangsparameter an. Wenn du falsche U-Werte eingibst, rechnet dir das schönste Tool Mist raus.
Für dein 1988er Haus würde ich erst mal schauen ob du irgendwo Baupläne oder Unterlagen findest. Ohne die wird's schwierig, die Bauteile korrekt zu erfassen. Die DWD-Anbindung klingt fancy, aber der größte Fehler steckt meistens nicht in den Klimadaten sondern in den Gebäudedaten die der Nutzer eingibt.
Nicht falsch verstehen – ich finde es gut dass du dich vorbereiten willst. Aber erwarte nicht zu viel von den Tools, die sind Hilfsmittel, keine Orakel.
Ich hab mich zuletzt viel mit Kennzahlen wie SCOP und JAZ beschäftigt, und da merkt man schnell: eine saubere Heizlastberechnung ist die Basis für alles. Ohne korrekte Heizlast kannst du den SCOP noch so gut kennen – die Dimensionierung stimmt trotzdem nicht.
Zu den Tools: Was mich bei neueren Lösungen positiv überrascht hat ist die Möglichkeit, Teillastkurven mit einzubeziehen. Also nicht nur die Auslegungstemperatur bei z.B. -12°C, sondern die gesamte Häufigkeitsverteilung. Das ist für die spätere JAZ-Abschätzung sehr wertvoll.
Dein Ansatz, den Sommer zur Vorbereitung zu nutzen, ist übrigens gut. Bis Herbst hast du dann genug Zeit um die Ergebnisse auch von einem Fachmann gegenchecken zu lassen, bevor es ernst wird.
Also ich hab mich da kürzlich eingelesen, weil mich das Thema passive Kühlung auch interessiert und Heizlast und Kühllast ja eng zusammenhängen. Was ich sagen kann: die browserbasieren Tools haben 2025/2026 echt einen Sprung gemacht. Früher musste man jede Wand einzeln mit U-Werten pflegen, jetzt gibt's bei manchen Tools Bauteilkataloge wo du einfach sagst 'Außenwand 1988, ungedämmt' und kriegst schon einen Schätzwert.
Für dein Szenario mit geplanten Sanierungsmaßnahmen ist das Szenario-Feature entscheidend. Da würde ich mir unbedingt anschauen ob das Tool den Zustand VOR und NACH Fenstertausch parallel durchrechnen kann – das spart viel manuelles Rumrechnen.
Ein kostenpflichtiges Tool das ich kenne liegt bei ca. 8-15€/Monat im Abo, für einmalige Nutzung gibt's oft auch Tagespässe. Ob sich das lohnt hängt davon ab wie tief du einsteigen willst.