Hi zusammen,
plane für nächstes Frühjahr eine WP-Installation in unserem EFH (120m² Wohnfläche, Bj. 1995, gedämmte Fassade 2018). Jetzt steh ich vor der Frage: Soll ich eine ordentliche Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 machen lassen oder reicht für so ein "Standard-Haus" auch eine der vereinfachten Methoden?
Mein Installateur bietet beides an - DIN-Berechnung für 800€ oder grobe Schätzung mit Faustformeln umsonst. Bei der groben Methode kommt er auf etwa 8-9kW Heizlast, was mir plausibel erscheint.
Ist bei einem relativ normalen Haus wie unserem der Mehraufwand gerechtfertigt? Oder sind die Unterschiede zwischen den Verfahren meist eh marginal? Will natürlich nicht überdimensionieren, aber auch nicht frieren.
Was sind eure Erfahrungen? Bereut jemand, "nur" die einfache Variante genommen zu haben?
Danke schonmal!
Muss SkeptikerWP47 hier widersprechen - aus Erfahrung kann ich sagen, dass gerade bei sanierten Häusern die Streuung enorm ist. Hab schon oft erlebt, dass "Pi mal Daumen" zu 20-30% Überdimensionierung führt.
Bei deinen 8-9kW Schätzung könnte real auch 6-7kW reichen. Das bedeutet unnötiges Takten und schlechtere Effizienz. Gerade im Sommer, wenn du vielleicht mal kühlen willst, machts sich bemerkbar.
Alternativ: Frag mal nach einer "vereinfachten DIN-Berechnung" - manche Büros bieten das für 300-400€ an. Ist ein guter Kompromiss zwischen Aufwand und Genauigkeit.
Hmm, sehe ich anders. Bei nem 95er Haus mit Dämmung reichen die Faustformeln völlig. 800€ rausgeschmissen Geld meiner Meinung nach.
Die meisten Installateure können das auch so ganz gut abschätzen. Würd eher das Geld in bessere Hydraulik oder nen Pufferspeicher stecken.
Bei 120m² und einem sanierten Haus wie deinem würde ich definitiv zur DIN-Berechnung raten. 800€ sind gut investiert - ich hab bei meinem Projekt damals gespart und später bereut.
Bei meiner PV-WP-Kombination waren die exakten Werte entscheidend für die richtige Modulationsstrategie. Faustformeln berücksichtigen nicht die individuellen Gegebenheiten wie Fensterqualität, tatsächliche U-Werte nach Sanierung oder Luftwechselraten.
Gerade wenn du später mal kühlen willst (bei der aktuellen Hitze denkt man ja schon dran), brauchst du eh präzise Daten. Die DIN-Berechnung gibt dir auch Sicherheit gegenüber dem Heizungsbauer - da kann keiner mehr "Pi mal Daumen" dimensionieren.