Hi zusammen,
stehe vor der Entscheidung Luftwärmepumpe oder Sole-Wasser für meinen Neubau (140m², KfW55). Heizlastberechnung ergibt 8,5 kW bei -12°C Auslegungstemperatur.
Jetzt bin ich unsicher: Muss ich bei einer Luftwärmepumpe anders dimensionieren als bei einer Sole-Wasser? Der Heizungsbauer meint, bei LW sollte ich mindestens 20% Reserve einplanen wegen der niedrigen Außentemperaturen und dem Abtauen. Bei SW würden die 8,5 kW reichen.
Kann das stimmen? Die COP-Werte bei -12°C sind ja schon deutlich unterschiedlich (LW etwa 2,0 vs SW etwa 3,5). Aber bedeutet das auch, dass ich eine größere LW-WP brauche?
Projekt soll im Herbst starten, jetzt im Sommer hab ich noch Zeit für die Planung. Bohrung würde 12.000€ extra kosten, aber wenn ich dadurch mit einer kleineren WP auskomme, könnte sich das rechnen.
Wer hat Erfahrung mit beiden Systemen? Wie habt ihr dimensioniert?
Moin! Kann SkeptikJAZ42 nur zustimmen. Hab vor 3 Jahren genau die gleiche Überlegung gehabt. Am Ende LW genommen (war günstiger) aber musste von geplanten 8kW auf 12kW hoch wegen den Extremtemperaturen.
Die Geschichte mit dem Abtauen ist echt nervig. Bei mir läuft die Bude dann über den E-Heizstab, bis das Abtauen fertig ist. Das merkt man deutlich auf der Stromrechnung.
Wenn du die 12k für Bohrung übrig hast, würd ich SW nehmen. Läuft einfach entspannter und konstanter. Gerade bei euch mit KfW55 - da ist SW eigentlich perfekt.
Herr Peter, aus meiner 40-jährigen Praxis kann ich Ihnen nur zur Sole-Wasser-Pumpe raten. Die Luftwärmepumpe ist zwar günstiger in der Anschaffung, aber die Betriebskosten und die Unzuverlässigkeit bei extremen Temperaturen machen diesen Vorteil zunichte.
Bei -12°C haben Luftwärmepumpen oft nur noch 60-70% ihrer Nennleistung. Dazu kommen die Abtauzyklen alle Stunde. Ich dimensioniere Luftwärmepumpen grundsätzlich 25-30% größer als die berechnete Heizlast.
Bei Sole-Wasser können Sie getrost bei den 8,5 kW bleiben. Die Erdtemperatur ist konstant, keine Abtauprobleme, höhere Jahresarbeitszahl. Rechnen Sie mit der größeren LW-Pumpe plus höherem Stromverbrauch - dann relativieren sich die 12.000€ Mehrkosten schnell.
Also das ist schon ein wichtiger Punkt. Bei Luft-WP musst du definitiv anders kalkulieren als bei Sole-Wasser. Grund: Bei -12°C ist die LW-WP nicht nur ineffizienter, sondern hat auch weniger Heizleistung verfügbar.
Eine typische LW-WP mit Nennleistung 10kW schafft bei -12°C oft nur noch 6-7kW. Dazu kommt alle 45-60min ein Abtauzyklus, wo komplett keine Heizleistung da ist. Deshalb die 20% Reserve vom Heizungsbauer - macht schon Sinn.
Bei SW-WP ist die Quellentemperatur konstant um 10°C, da bleibt die Leistung viel stabiler. Ich hab das schon hier mal diskutiert - die JAZ-Unterschiede sind brutal.
Fazit: LW = größer dimensionieren, SW = Heizlast reicht meist. Die 12k Mehrkosten können sich über die geringere WP-Größe aber nicht amortisieren.