Hallo zusammen,
ich bin gerade wieder tiefer im Thema Wärmepumpe drin und stolpere bei der Planung im sanierten Altbau über dieselbe Frage: Wie schätzt man die Heizlast halbwegs realistisch, wenn kein Energieausweis und auch keine saubere alte Berechnung vorhanden sind?
Bei uns ist das Haus schon teilweise saniert, aber eben nicht komplett „nach Lehrbuch“. Genau deshalb traue ich den üblichen Online-Rechnern nur bedingt. Mir geht es nicht um den letzten Zehntel-kW-Wert, eher um eine belastbare Größenordnung, damit die Anlage nicht am Ende unnötig groß ausfällt oder im Winter doch zu knapp ist.
Ich sehe aktuell drei Möglichkeiten: Verbrauch der letzten Jahre hochrechnen, über Wohnfläche und Bauzustand grob schätzen oder doch jemanden für eine richtige Berechnung holen. Nur fehlt mir für die Verbrauchsmethode etwas die Datenbasis, weil die Nutzung in den letzten Jahren auch nicht ganz konstant war. Außerdem wäre mir wichtig, dass die Schätzung zur realen Vorlauftemperatur und zur vorhandenen Heizflächen-Situation passt.
Hat jemand von euch einen pragmatischen Weg gefunden, die Heizlast ohne Energieausweis halbwegs vernünftig einzugrenzen? Welche Annahmen nehmt ihr da im Herbst, wenn die Anlage noch nicht im Vollbetrieb läuft?
Ich würde mich da ehrlich gesagt nicht auf eine reine Flächenschätzung verlassen. Im COP 6 im Sommer realistisch? Was ich bei Wasser-WP beobachte hatte ich schon geschrieben, dass mir bei WP-Projekten die Messwerte oft mehr sagen als jede grobe Tabelle.
Wenn kein Energieausweis da ist, nehme ich als Startpunkt lieber den echten Verbrauch der vergangenen Winter und gleiche das mit den Temperaturen ab. Nicht perfekt, klar, aber oft näher an der Realität als irgendein Onlinewert. Bei saniertem Altbau würde ich zusätzlich die Heizflächen prüfen, weil die am Ende die nötige Vorlauftemperatur mitbestimmen. Sonst rechnet man sich schnell eine Heizlast schön, die in der Praxis dann doch nicht passt.