Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Thema Wärmepumpe und hoffe auf eure Expertise. Seit Frühjahr 2024 haben wir eine 20 kWp PV-Anlage auf dem Dach, die im Sommer richtig gut läuft. Jetzt im Juni produzieren wir teilweise 120-140 kWh am Tag, aber speisen noch viel ein.
Da unsere alte Gasheizung langsam den Geist aufgibt, soll bis zum Winter eine Wärmepumpe rein. Bei der Auswahl bin ich aber unsicher: Macht es Sinn, eine teure Inverter-Wärmepumpe zu nehmen, die ihre Leistung stufenlos anpassen kann? Oder reicht eine günstigere mit festen Modulationsstufen?
Mein Gedanke: Im Sommer könnte ich mit der flexiblen Regelung den PV-Überschuss besser für Warmwasser nutzen. Aber lohnt sich der Mehrpreis von ca. 3000€ wirklich? Unser Haus (BJ 2010, gut gedämmt) braucht etwa 8-9 kW Heizlast.
Hat jemand Erfahrungen mit PV-optimierten Betriebsstrategien? Welche Wärmepumpen-Typen harmonieren am besten mit Photovoltaik?
Danke schon mal für eure Hilfe!
Muss Marcus widersprechen - bei 20 kWp lohnt sich Inverter definitiv! Hab selbst ne Daikin Altherma mit stufenloser Modulation und 15 kWp PV. Der Unterschied ist krass, besonders jetzt im Sommer.
Wenn die Sonne scheint, läuft die WP mit 2-3 kW nur fürs Warmwasser. Sobald Wolken kommen, reduziert sie automatisch. Das geht mit festen Stufen nicht so geschmeidig.
Tipp: Schau dir Wärmepumpen mit SG-Ready an. Damit kannst du 4 verschiedene Betriebsmodi über dein Energiemanagementsystem ansteuern. Perfekt für PV-Überschuss!
Bei 20 kWp und deinem Verbrauchsprofil würde ich definitiv zur Inverter-Variante raten. Der entscheidende Vorteil liegt nicht nur im Sommer beim Warmwasser, sondern auch in der Übergangszeit. Eine stufenlose Modulation kann viel besser auf schwankende PV-Erträge reagieren.
Aus meinen Erfahrungen mit Überdimensionierte WP: Takten vs. Sicherheitsreserve - eure Erfahrungen? kann ich sagen: Eine WP, die häufig taktet, weil sie nicht modulieren kann, verschenkt Effizienz. Bei deiner Anlagengröße amortisieren sich die 3000€ Mehrkosten über die Lebensdauer definitiv.
Achte besonders auf Smart-Grid-Funktionen und eine gute Anbindung an deinen PV-Wechselrichter. Manche Hersteller bieten sogar integrierte Energiemanagementsysteme an.
Also ich seh das etwas skeptischer. Klar, Inverter-Technik ist schön und gut, aber 3000€ mehr? Das sind bei den aktuellen Strompreisen über 15 Jahre Amortisation, selbst wenn du 30% mehr Eigenverbrauch hinbekommst.
Bei deiner Heizlast von 8-9 kW würde ich eher auf 'ne ordentliche Sole-Wasser setzen, falls möglich. Die läuft konstanter und effizienter als Luft-Wasser. Hab selbst eine einfache On/Off-Erdwärme mit PV und bin zufrieden.
Die meisten Smart-Home-Systeme können auch einfache WPs ganz gut steuern. Wichtiger ist meiner Meinung nach ein großer Pufferspeicher für Heizung und WW.