Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, mich ernsthaft mit der Anschaffung einer Wärmepumpe zu beschäftigen. Ich bin ehrlich gesagt noch ziemlich skeptisch was das Thema angeht – nicht wegen der Technologie an sich, sondern weil ich immer wieder höre dass vieles oder manches am Ende nicht so funktioniert wie versprochen. Und dann heißt es oft, der Installateur hat das falsch gemacht, oder die Planung war schlecht, oder irgendwas wurde übersehen.
Mich würde jetzt konkret interessieren: Was sind denn die typischsten Fehler die bei der Installation tatsächlich passieren? Also nicht irgendwelche Randthemen, sondern die Dinge die wirklich regelmäßig schief gehen. Ich rede von Fehlern die dann nachher im Betrieb auffallen – zu hohe Stromkosten, schlechte Heizleistung, Lärm, was auch immer.
Ich frage deshalb jetzt im Juni, weil ich den Sommer nutzen will um mich zu informieren und vielleicht bis Herbst eine Entscheidung zu treffen. Da ist noch etwas Zeit zum Nachlesen und Fragen stellen, bevor es wieder kalt wird und alle Installateure auf einmal ausgebucht sind.
Was würdet ihr sagen: Wo läuft es am meisten schief? Und hätte man es im Vorfeld vermeiden können, oder merkt man das erst wenn die Anlage läuft?
Danke schonmal
Der klassiker den ich immer wieder sehe: falsche Heizkurve eingestellt und dann wundert sich jeder warum die Anlage ständig taktet oder die Heizpatrone mit anspringt. Das passiert nicht weil die WP schlecht ist, sondern weil niemand nach der Installation nochmal richtig eingestellt hat. Der Monteur kommt, schließt an, macht kurz einen Test und ist weg. Fertig.
Zweiter großer Punkt ist die Hydraulik. Wenn der Volumenstrom nicht stimmt, z.B. weil die Pumpenleistung falsch dimensioniert wurde oder der hydraulische Abgleich fehlt, dann arbeitet die ganze Anlage ineffizient – und das merkt man erst im Winter wenn die Abrechnung kommt.
Bei mir selbst war das damals ähnlich, ich hab das beim Monitoring dann rausgekriegt. Interessanterweise hab ich mich da auch schon mit dem Thema Verbrauchsmessung beschäftigt, im Batteriespeicher-Monitoring-Thread hatte ich das angesprochen – ohne vernünftige Messdaten siehst du solche Fehler einfach nicht.
Kurz gesagt: Die meisten Fehler passieren nicht bei der Montage selbst, sondern bei der Inbetriebnahme und Einregulierung. Da sollte man unbedingt drauf bestehen dass das ordentlich gemacht wird.
Da muss ich Kritiker_79 recht geben, aber ich würd noch einen Punkt ergänzen der gerade bei älteren Gebäuden oft unterschätzt wird: die Vorlauftemperatur.
Ich hab ein Haus Baujahr 1972, und als ich mich damals informiert hab – auch hier im Forum, z.B. beim Minusgrade-Thread – wurde mir klar dass viele Installateure einfach eine WP reinsetzen ohne zu prüfen ob das Heizsystem überhaupt dazu passt. Alte Heizkörper brauchen oft 70 Grad Vorlauf, eine WP will aber mit 35-45 Grad arbeiten. Wenn das nicht passt und niemand hat vorher Heizkörper getauscht oder zumindest gerechnet, dann heizt du teuer und schlecht.
Das ist kein Installationsfehler im engeren Sinne, aber es passiert in der Praxis genauso häufig wie falsche Rohrdimensionierung oder schlechte Dämmung der Leitungen im Keller. Letzteres übrigens auch sehr typisch – ich hab bei mir nachher selbst nochmal nachgedämmt weil der Installateur das einfach hat schleifen lassen.
Für deine Planung: Lass dir alles schriftlich erklären bevor du unterschreibst. Was wird wie dimensioniert, und warum.