Hallo zusammen,
ich plane gerade ernsthaft den Umstieg auf eine Erdwärmepumpe und bin ehrlich gesagt etwas überwältigt von der Komplexität des ganzen Projekts. Bei Luftwärmepumpen habe ich zumindest grob verstanden, wie die Installation abläuft – aber bei Erdwärme mit Tiefenbohrung ist mir der gesamte Ablauf noch ziemlich unklar.
Mich würde interessieren, wie das zeitlich und organisatorisch von Anfang bis Ende aussieht. Also konkret: Was passiert zuerst – kommt die Bohrfirma bevor der Heizungsbauer, oder ist das gleichzeitig? Welche Genehmigungen brauche ich, und wie lange dauert es, die zu bekommen? Ich habe gelesen, dass man beim Landratsamt oder der unteren Wasserbehörde eine Erlaubnis beantragen muss – stimmt das überall in Deutschland so?
Außerdem frage ich mich, was zwischen Bohrabschluss und dem eigentlichen Einbau der Wärmepumpe passiert – gibt es da eine Wartezeit, oder kann sofort weitergemacht werden?
Da ich gerade im Juni plane und hoffentlich noch diesen Herbst in Betrieb gehen möchte, interessiert mich auch, ob das realistisch ist oder ob ich mit langen Vorlaufzeiten rechnen muss. Ich lese hier viel über Wartungskosten und Serviceintervalle, aber der komplette Installationsprozess wird selten von A bis Z erklärt.
Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar!
Guten Abend,
aus meiner Erfahrung mit solchen Projekten kann ich dir sagen: Der kritische Pfad beginnt tatsächlich mit der Genehmigung, nicht mit der Bohrung. In den meisten Bundesländern läuft das über die untere Wasserbehörde beim Landratsamt – das stimmt. Die Bearbeitungszeit schwankt aber erheblich, von 4 Wochen bis zu 3 Monaten je nach Behörde und Arbeitsbelastung.
Praktisch läuft es so ab: Erst Genehmigung beantragen, parallel Angebote von Bohrfirma und Heizungsbauer einholen. Die Bohrung selbst dauert für eine Sonde typischerweise 1-2 Tage, danach muss die Sole eingefüllt werden und die Leitungen zum Gebäude verlegt werden. Eine Wartezeit nach der Bohrung gibt es eigentlich nicht zwingend, aber die Koordination zwischen Bohrfirma und Heizungsbauer braucht Vorlaufplanung.
Realistisch gesehen: Wenn du jetzt im Juni anfängst und die Behörde zügig ist, kann ein Herbststart klappen. Aber plane lieber einen Puffer ein – Bohrfirmen sind derzeit oft ausgebucht.