Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor der Installation meiner ersten Luft-Wasser-Wärmepumpe und habe eine Frage zur Verlegung der Kältemittelleitungen. Der Installateur hat mir gesagt, dass ich die Leitungen von der Außeneinheit bis in den Technikraum selbst vorbereiten kann – also Trasse bohren, Leerrohre verlegen und dann die Dämmung vornehmen – bevor er zum Befüllen und Verlöten kommt.
Jetzt bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich das am besten angehe. Konkret frage ich mich:
1. Welchen Mindest-Biegeradius muss ich bei Kupferleitungen einhalten? Ich habe Angst, dass ich die Rohre zu stark knicke.
2. Wie dick sollte die Isolierung sein? Hier draußen wird's im Sommer ja auch ganz schön warm, gerade jetzt im Juni – keine Ahnung ob das einen Unterschied macht im Vergleich zu Winter.
3. Gibt es Stellen, wo ich die Leitungen besonders gut befestigen muss, z.B. direkt hinter der Wanddurchführung?
4. Leerrohre als zusätzlicher Schutz – macht das Sinn oder übertrieben?
Ich bin handwerklich nicht völlig unerfahren, hab schon einige Sachen selbst gemacht, aber Kältemittelleitungen sind für mich Neuland. Würde mich freuen, wenn jemand aus eigener Erfahrung berichten kann. Danke schon mal!
Thorsten
Hi Thorsten,
zu deinen Fragen kann ich ein paar Sachen sagen, hab das bei meiner eigenen Installation letztes Jahr ähnlich gemacht.
Zum Biegeradius: Als Faustregel gilt etwa das 3,5-fache des Rohraußendurchmessers als Mindestradius. Nimm auf jeden Fall eine Rohrbiegehilfe oder Biegefeder, ohne die machst du dir die Kupferrohre schnell kaputt. Einmal geknicktes Rohr ist im Grunde Ausschuss.
Zur Isolierung: Im Sommer ist die Dämmstärke für die Saugleitung (die kalte Leitung) sogar kritischer als im Winter, weil die Wärme von außen stärker auf das Kältemittel einwirkt. Mindestens 19mm Armaflex oder vergleichbares Material würde ich empfehlen, an der Außentrasse eher 25mm. Die Isolierung muss außen UV-beständig sein, sonst bröckelt sie nach ein paar Sommern auseinander – hab ich selbst gesehen.
Befestigung hinter der Wanddurchführung: Ja, unbedingt. Direkt nach dem Austritt aus der Wand sollte die erste Schelle sitzen, sonst scheuert das Rohr an der Bohrungskante. Ich hatte zum Thema Planung schon ein bisschen was im Thread Kompakte Wärmepumpe für Garten 4x3m - was ist noch möglich? geschrieben, da kam auch kurz die Leitungsführung auf.
Leerrohre: Ich finds sinnvoll, zumindest durch Wände und im Erdreich. Erleichtert einen späteren Tausch enorm. Oberirdisch an der Fassade würde ichs weglassen, das macht die Kühlung der Leitungsoberfläche schlechter.
Viel Erfolg!