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Wärmepumpe und Kühlschrank – technisch dasselbe Prinzip?

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L.Weber39
Beiträge: 36
Themenstarter
(@l-weber39)
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Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#145]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Wochen mit dem Thema Wärmepumpe, weil wir unser Haus in den nächsten Jahren umrüsten möchten. Jetzt bin ich über einen Artikel gestolpert, der behauptet, eine Wärmepumpe funktioniere im Grunde genauso wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Das hat mich ehrlich gesagt etwas verwirrt.

Beim Kühlschrank wird doch Wärme aus dem Inneren nach außen transportiert, damit es drinnen kalt bleibt. Bei der Wärmepumpe soll dagegen Wärme von außen nach innen (also ins Haus) gebracht werden. Ist das wirklich dasselbe physikalische Prinzip? Und wenn ja, warum sind dann die Geräte so unterschiedlich groß und teuer?

Ich frage mich auch: Wenn eine Wärmepumpe zum Heizen Wärme aus der Außenluft zieht – ist das technisch nicht genau das, was mein Kühlschrank rückseitig abstrahlt, nur halt in die andere Richtung? Oder vereinfache ich das zu stark?

Bei dem heißen Wetter gerade fällt mir auf, wie warm die Rückseite meines Kühlschranks wird – das hat mich auf die Idee gebracht, überhaupt zu fragen. Würde mich über eine verständliche Erklärung sehr freuen, am besten ohne zu viel Fachjargon. Danke schon mal!


6 Antworten
Leon B.
Beiträge: 9
(@leon-brauer)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ja, im Kern stimmt das was H.Kellner geschrieben hat. Der Vergleich mit dem Kühlschrank ist eigentlich der klassische Weg, das zu erklären.

Ein kleiner Zusatz noch: Manche Wärmepumpen können tatsächlich auch aktiv kühlen, also quasi wie ein Kühlschrank fürs Haus arbeiten. Das nennt sich dann 'aktive Kühlung'. Passive Kühlung geht bei Erdwärme-Pumpen auch – da zirkuliert einfach das kühlere Wasser aus dem Boden durch die Heizkreise, ohne dass der Verdichter läuft.

Beim aktuellen Sommerwetter wäre das ja gar keine schlechte Option – ich hab letztes Jahr in einem anderen Thread über Förderanträge mitgelesen und da wurde das Thema Kühlfunktion kaum erwähnt, obwohl es eigentlich relevant ist. Lohnt sich jedenfalls nachzufragen beim Installateur, ob das bei der gewünschten WP möglich ist.


Antwort
H.Kellner
Beiträge: 38
(@h-kellner)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Beobachtung mit der warmen Rückseite des Kühlschranks ist tatsächlich ein super Einstieg ins Thema. Ich hab mich das damals auch gefragt, als ich mich mit Luft-Luft-Geräten beschäftigt habe.

Kurz gesagt: Ja, das Grundprinzip ist dasselbe. Beide nutzen einen Kältemittelkreislauf, bei dem ein Verdichter das Kältemittel komprimiert, wodurch es warm wird. Beim Kühlschrank wird diese Wärme hinten an die Raumluft abgegeben – deswegen wird's rückseitig warm. Das Innere des Kühlschranks kühlt ab, weil das Kältemittel dort verdampft und dabei Wärme aufnimmt.

Bei einer Wärmepumpe passiert das Gleiche, nur dass die 'Außenseite' die Umgebungsluft (oder Erde) ist, und die 'Innenseite' Ihr Heizsystem. Die Wärmepumpe zieht also Energie aus der Außenluft und gibt sie ans Heizsystem ab.

Der Größenunterschied kommt daher, dass eine Wärmepumpe für ein ganzes Haus dimensioniert sein muss – da reden wir von 8 bis 15 kW Heizleistung oder mehr. Ein Kühlschrank braucht dagegen vielleicht 100–200 Watt. Das sind völlig andere Leistungsklassen, und dementsprechend sind auch Verdichter, Wärmetauscher und alles drumherum größer.


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T.Brinkmann
Beiträge: 11
(@t-brinkmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

SkeptikerWP47 hat nicht unrecht, aber ich finde den Kühlschrank-Vergleich trotzdem sinnvoll als allererster Schritt – solange man ihn nicht überstrapaziert.

Für den Fragesteller noch ein konkreter Alltagshinweis: Wer eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion einbaut, kann im Sommer tatsächlich von diesem Prinzip profitieren – das Haus kühlen während gleichzeitig Warmwasser erzeugt wird. Bei dem Wetter gerade wäre das jedenfalls verlockend. Einige Modelle bieten das serienmäßig, andere nur gegen Aufpreis oder gar nicht. Ist also gut, das früh in der Planung zu klären.


Antwort
SkeptikerWP47
Beiträge: 37
(@skeptikerwp47)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das Ganze ehrlich gesagt etwas nüchterner als die anderen hier. Ja, der Kühlschrank-Vergleich stimmt physikalisch – das bestreite ich nicht. Aber er verleitet meiner Erfahrung nach dazu, das Thema WP zu sehr zu vereinfachen.

Denn bei einer Wärmepumpe für ein Gebäude kommen ganz andere Anforderungen dazu: Vorlauftemperatur, Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher ja oder nein, Brauchwarmwasser-Integration... Das ist alles deutlich komplexer als 'funktioniert wie ein Kühlschrank, nur andersrum'. Ich hab selbst schon Fäden hier gelesen wo Leute mit dieser vereinfachten Vorstellung reingegangen sind und dann von den tatsächlichen Installationskosten überrascht wurden.

Der Vergleich ist als Einstieg ok, aber nicht als Grundlage für Kaufentscheidungen.


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