Hallo zusammen,
ich betreibe jetzt seit 8 Jahren meine Luft-Wasser-Wärmepumpe und habe in dieser Zeit wirklich viel gelernt – von der Heizlastberechnung bis zur JAZ-Optimierung. Jetzt werde ich in meinem Bekanntenkreis immer öfter gefragt, ob man bei der Installation einer Wärmepumpe selbst Hand anlegen kann oder ob das komplett dem Fachbetrieb überlassen werden muss.
Da es gerade Sommer ist und viele Leute die ruhigere Heizperiode nutzen, um solche Projekte zu planen, dachte ich das Thema könnte hier interessant sein.
Grundsätzlich ist mir klar, dass an Kältemittelkreisläufen ausschließlich zertifizierte Kälteanlagenbauer arbeiten dürfen – das ist EU-weit geregelt (F-Gase-Verordnung). Aber was ist mit dem Rest? Konkret geht es mir um folgende Fragen:
- Hydraulische Einbindung (Rohre, Puffer, Verteiler): Darf ich das selbst machen oder brauche ich zwingend einen Heizungsbauer?
- Elektrischer Anschluss: Ich gehe davon aus, dass hier ein zugelassener Elektriker Pflicht ist, oder?
- Aufstellung und mechanische Befestigung der Außeneinheit: Gibt es da Vorschriften?
- Was passiert, wenn ich Teile selbst gemacht habe und es später Probleme mit der Förderung oder Garantie gibt?
Ich frage das nicht, weil ich unbedingt alles selbst machen will, sondern weil ich anderen eine fundierte Einschätzung geben möchte. Was sind eure Erfahrungen damit? Gibt es hier jemanden, der das schon durchgespielt hat?
Danke für den Überblick, Thomas! Als Ingenieur kenne ich die Regelwerke zumindest vom Lesen her, aber in der Praxis habe ich das letztes Jahr genau so erlebt wie du es beschreibst.
Bei meiner Altbau-Installation habe ich versucht, zumindest die Rohrleitungen zwischen Pufferspeicher und Heizkörperverteiler selbst zu verlegen, um Kosten zu sparen. Mein Installateur hat das dann auch final abgenommen und in seine Dokumentation aufgenommen – das hat funktioniert, aber er hat vorher sehr genau geschaut ob alles ordentlich ist. Nicht jeder macht das mit.
Was ich noch ergänzen würde: Selbst wenn man technisch alles richtig macht, können Garantieansprüche gegenüber dem Hersteller problematisch werden, wenn die Installation nicht von einem zertifizierten Betrieb durchgeführt wurde. Das steht oft im Kleingedruckten der Herstellergarantie. Bei meinem Invertermodul-Thema (hatte da hier im Forum schon drüber geschrieben) ist das zum Glück kein Problem geworden, aber ich hätte mich damit in eine schwierige Situation manövrieren können wenn ich mehr selbst gemacht hätte.
Also: Vorarbeiten ja, Kerntechnik nein – und immer schauen was der Hersteller in seinen Garantiebedingungen fordert.
Gute Frage, das Thema kommt tatsächlich öfter auf. Ich hab mich damals auch damit beschäftigt.
Kurz zusammengefasst aus meiner Erfahrung: Der Kältemittelkreislauf ist tabu für Laien, da hast du vollkommen recht. F-Gase-Verordnung, Zertifizierungspflicht – da gibt's nichts zu diskutieren. Wer das trotzdem macht, riskiert nicht nur die Förderung, sondern im Schadensfall auch die Haftung.
Bei der Hydraulik ist es tatsächlich eine Grauzone. Rein handwerklich darf in Deutschland grundsätzlich jeder Rohre verlegen, solange es kein Trinkwasser ist, das unter die DVGW-Regelungen fällt. Heizungsrohre sind da etwas freier. ABER: Für die BEG-Förderung (früher BAFA) ist ein Fachunternehmererklärung zwingend, und die unterschreibt kein seriöser Handwerker, wenn er nicht die gesamte Anlage korrekt installiert und abgenommen hat. Das macht Selbstinstallation bei Förderanträgen praktisch unmöglich.
Den Elektroanschluss: ja, Elektrofachkraft Pflicht, da gibt's keine Diskussion. Aufstellung der Außeneinheit kann man grundsätzlich selbst vorbereiten, aber je nach Gemeinde gibt es baurechtliche Vorschriften (Abstandsregeln, ggf. Baugenehmigung bei Denkmalschutz etc.).
Fazit: Wer Förderung mitnehmen will, sollte die Installation komplett vom Fachbetrieb machen lassen. Wer ohne Förderung plant und handwerklich fit ist, kann sich zumindest bei Hydraulik und Vorbereitung Arbeit sparen – aber den Kältemittelpart niemals selbst anfassen.