Hallo zusammen,
bin gerade dabei mich über Wärmepumpen zu informieren und stoße immer wieder auf unterschiedliche Aussagen. Mein Nachbar (hat selbst noch Gas) behauptet, dass Wärmepumpen bei richtig kalten Temperaturen unter minus 10-15 Grad praktisch versagen und dann nur noch wie eine teure Stromheizung laufen.
Er meint, dann würde nur noch der elektrische Heizstab anspringen und die eigentliche Wärmepumpe macht gar nichts mehr. Das würde ja bedeuten, dass man gerade dann wenn es richtig kalt ist und man viel Wärme braucht, astronomische Stromrechnungen bekommt.
Ist da was dran? Ich dachte eigentlich, moderne Wärmepumpen können auch bei Minusgraden noch effizient arbeiten. Aber wenn das stimmt was er sagt, dann wäre ja eine WP in unserer Gegend (Mittelfranken, hier wirds schon mal -15 Grad) ziemlich sinnlos.
Plane gerade den Austausch meiner alten Gasheizung und will nicht in eine Kostenfalle tappen. Wer kann mir da weiterhelfen? Stimmt diese Behauptung oder ist das ein Mythos?
Danke schon mal!
Muss den beiden zustimmen. Das Gerücht hält sich hartnäckig, stimmt aber nicht. Moderne WP arbeiten bis -25°C oder sogar noch kälter.
In Mittelfranken solltest du dir keine Sorgen machen - -15°C sind ja auch nicht monatelang, sondern vielleicht ein paar Tage im Jahr. Und selbst dann ist die WP noch deutlich effizienter als Strom-Direktheizung.
Ich würd eher schauen, dass die Heizlast richtig berechnet wird und die WP nicht zu knapp dimensioniert ist. Dann läufts auch bei Kälte problemlos.
Das ist ein weit verbreiteter Mythos, den ich schon öfters gehört hab. Moderne Wärmepumpen arbeiten auch bei -15°C noch effizient, haben dann zwar weniger COP als bei milderen Temperaturen, aber versagen nicht komplett.
Der Heizstab (auch Backup-Heizung genannt) springt normalerweise nur in Extremsituationen an - entweder bei Abtauzyklen oder wenn die Außentemperatur wirklich extrem niedrig wird (meist erst unter -20°C je nach Modell). Und selbst dann läuft er nur kurz.
Bei -15°C schafft eine gute Luftwärmepumpe immer noch einen COP von 2-2,5, das bedeutet aus 1 kWh Strom werden 2-2,5 kWh Wärme. Das ist immer noch deutlich effizienter als jede Stromheizung. Wie ich schon mal geschrieben hatte, kommt es auch auf die richtige Dimensionierung an.
Klaus hat schon recht, würd ich auch so sehen. Hab selbst ne Vitocal und die läuft auch bei Minus-Temperaturen noch ordentlich. Klar, der Wirkungsgrad geht runter, aber "versagen" ist definitiv übertrieben.
Dein Nachbar hat vielleicht mal ne alte oder schlecht dimensionierte WP gesehen. Die neueren Inverter-Geräte regeln die Leistung stufenlos und kommen viel besser mit niedrigen Temperaturen klar.
Wichtiger ist eher die richtige Auslegung - wenn die WP zu klein dimensioniert ist, muss natürlich öfter der Heizstab ran. Aber bei vernünftiger Planung passiert das selten.