Hallo zusammen, ich stehe gerade bei meinem Altbau vor der Entscheidung und würde gerne von euren praktischen Erfahrungen profitieren.
Es geht um ein Haus von 1952, ca. 180 m², ziemlich massiv gebaut, aber kaum gedämmt. Die ersten Berechnungen deuten auf eine Heizlast von etwa 18–20 kW hin – das ist deutlich über dem, was ich bei den Neubauten meiner Bekannten sehe. Jetzt frage ich mich: Soll ich gleich eine monovalente Luft-Wasser-WP mit 12–14 kW nehmen und akzeptieren, dass sie im tiefsten Winter durch einen Elektro-Heizstab unterstützt wird? Oder fahre ich pragmatischer mit einer kleineren WP (8–10 kW) plus meiner bestehenden Gasheizung hybrid?
Ich bin mir bewusst, dass Förderung bei monovalent besser ist. Andererseits: Lohnt sich die große WP wirklich, wenn sie acht Monate im Jahr nicht annähernd ausgelastet läuft? Und wie wirkt sich das auf JAZ und Effizienz aus?
Was habt ihr in ähnlichen Situationen gemacht? Welche Fehler sollte ich vermeiden?
Thomas, da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Ich würde dir folgende praktische Überlegung mitgeben: Bei so hohen Heizlasten ist der elektrische Zusatzheizer nicht das eigentliche Problem – das ist es im Betrieb deutlich seltener als viele denken. Das echte Problem ist die Dimensionierung danach.
Wenn du monovalent mit 14 kW fährst, nutzt du diese Leistung real vielleicht zwei bis drei Wochen im Jahr. Der Rest der Zeit läuft die WP im Teillastbereich – und dort ist der COP oft besser als erwartet, weil die Maschine nicht ständig hochfahren und wieder runterfahren muss.
Bei Hybrid mit 8–10 kW plus Gas springst du bei Kälte wieder auf die Gasheizung um. Das kostet dich langfristig Geld und widerspricht der ganzen Effizienzidee. Die Förderung bei monovalent ist nicht nur ein Nice-to-have – sie amortisiert sich über die Jahre.
Mein Tipp: Lass einen ordentlichen Heizlastberechnungs-Scan machen (nicht überschlägig), nicht selbst schätzen. Dann weißt du genau, wo du stehst. Danach kann ich dir gerne bei den nächsten Schritten helfen.
Gute Frage, Thomas – das ist auch für Förderanträge zentral. Wenn du monovalent fährst, brauchst du eine saubere Heizlastberechnung für die KfW, und die Behörden achten da genau drauf, dass nicht über-dimensioniert wird. Bei dir klingt 18–20 kW für 180 m² aus 1952 realistisch, aber ein Energieberater muss das prüfen.
Für die Förderung: Monovalent kriegt die bessere Quote, aber nur, wenn nachweislich alle Dämmmaßnahmen nicht mehr sinnvoll oder schon gemacht sind. Hybrid geht auch, wird aber etwas weniger gefördert. Das solltest du vor der Antragstellung mit deinem Berater klären – sonst gibt's Ärger nachher.