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Altbau-Nachrüstung im August: ROI-Kalkulation statt Bauchgefühl?

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MarcusKeller
Beiträge: 0
Themenstarter
(@marcuskeller)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#206]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit Monaten mit der Frage, ob eine Wärmepumpen-Nachrüstung in unserem 1968er Mehrfamilienhaus wirtschaftlich sinnvoll ist. Wir haben derzeit Gasheizung mit Heizkörpern, die Heizlasten sind entsprechend hoch (ca. 18 kW für 280 m² Nutzfläche). Der Clou: Wir haben kein Erdreich für Erdwärme, also wäre nur Luft-Wasser relevant.

Meine bisherige Analyse zeigt ein Schachbrett: Einerseits locken die Förderungen (BEG, Kreditquoten), andererseits rechne ich mit COP 2,8–3,2 bei unseren hohen Vorlauftemperaturen. Die Zusatzdämmung würde minimal 30.000 € kosten, eine Hybrid-Lösung knapp 20.000 € – beides vor Förderung.

Meine Kernfrage: Gibt es hier jemanden, der ähnliche Geometrien mit belastbaren Verbrauchsdaten dokumentiert hat? Nicht die Herstellerprognosen, sondern echte JAZ-Werte nach 2–3 Betriebsjahren? Und wie würdet ihr die Entscheidung treffen – eher Hybrid starten und später ergänzen, oder gleich monovalent mit Sanierung?

Freue mich auf Erfahrungsaustausch.


2 Antworten
WpSkeptiker4764
Beiträge: 50
(@wpskeptiker4764)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Markus F. hier – ich würde in eurem Fall folgende Strategie fahren: Zunächst detaillierte Verbrauchsdatenanalyse der alten Gasheizung durchführen (letzte 3 Jahre), daraus ableiten, wo die echten Lasten liegen. Bei vielen 70er-Häusern sind die Peak-Lasten deutlich niedriger als berechnet.

Dann: Eine kleinere Luft-Wasser hybrid starten (5–6 kW statt 8 kW Überdimensionierung), Systemdaten 12 Monate sammeln. Mit echten Daten könnt ihr dann sagen, ob Dämmung oder Upgrade sinnvoller ist. Ich dokumentiere gerade genau solch einen Vergleich im Detail.


Antwort
Heinz W.
Beiträge: 47
(@h-weber34)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Moment – eure 18 kW Heizlast auf 280 m² sind ja 64 W/m², das ist für 1968 gar nicht so dramatisch. Aber hier muss man hinterfragen: Wie wurde die gemessen? Stichprobenweise oder nach EN 12831? Die meisten Altbau-Prognosen sind nämlich 20–30% zu pessimistisch, weil Handwerker pauschal rechnen.

Vor Geld für Hybrid oder Dämmung: Kostet eine ordentliche Heizlastberechnung via Thermographie echt nur 200–400 €. Könnte sein, dass ihr real bei 13–14 kW landet. Dann sieht die Rechnung komplett anders aus.


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