Hallo zusammen,
ichmal eine Frage, die mich schon eine Weile beschäftigt, und ich glaube hier sind die Richtigen dafür.
Ich plane ja meinen Neubau und beschäftige mich intensiv mit Luft-Wasser-WP plus Fußbodenheizung. Dabei lese ich immer wieder, dass die PV-Kombination mit der WP das entscheidende Element ist, um den Strom möglichst günstig zu erzeugen und direkt zu verbrauchen. Das macht für mich im Neubau absolut Sinn, weil ich das von Anfang an sauber planen kann.
Jetzt frage ich mich aber: Wie sieht das bei Bestandsgebäuden aus? Ein Bekannter von mir hat ein Haus Baujahr 1998, WP wurde vor zwei Jahren eingebaut (Luft-Wasser), und jetzt überlegt er, ob er zusätzlich eine PV-Anlage nachrüstet. Der Eigenverbrauch der WP soll ja tagsüber deutlich gesteigert werden. Aber macht das wirklich Sinn, wenn das Haus nicht perfekt gedämmt ist und die WP sowieso schon mit höheren Vorlauftemperaturen läuft?
Gerade im Sommer läuft die WP ja wenig fürs Heizen – nutzt man die PV dann überhaupt sinnvoll zusammen mit der WP, oder bringt die PV da hauptsächlich was für andere Verbraucher im Haus? Und gibt es sinnvolle Steuerungskonzepte (SG-Ready o.ä.), die im Bestand wirklich funktionieren?
Wäre super, wenn jemand aus eigener Erfahrung berichten kann, am besten von Bestandsgebäuden wo das schon länger läuft.
Interessante Frage, die mich für meine eigene Planung auch beschäftigt – wobei ich ja den Luxus habe, das von Anfang an integriert planen zu können.
Was ich bei meiner Recherche mitgenommen habe: Die PV lohnt sich im Bestand durchaus, aber der Hebel über die WP ist eben kleiner als im Neubau. Im Sommer läuft die WP tatsächlich kaum – da nimmt dann Warmwasserbereitung einen Teil ab, aber das deckt die mögliche PV-Produktion bei weitem nicht aus. Der Rest landet bei anderen Verbrauchern oder geht ins Netz.
SG-Ready funktioniert im Prinzip auch im Bestand, aber man muss schauen ob die WP das überhaupt unterstützt und ob die Steuerung dann auch sauber mit einem Energiemanagementsystem kommuniziert. Das ist bei älteren Installationen oft ein Gebastle.
Ich würde deinem Bekannten empfehlen, eine Wirtschaftlichkeitsrechnung machen zu lassen die explizit seinen tatsächlichen WP-Verbrauch als Grundlage nimmt – nicht irgendwelche Durchschnittswerte. Mit höhren Vorlauftemperaturen und schlechter Dämmung sieht die Rechnung halt anders aus als im opimal gedämmten Neubau.