Hallo zusammen,
ich plane die Installation einer Sole-Wasser-Wärmepumpe für mein Einfamilienhaus und möchte die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 selbst durchführen, um die Angebote der Fachbetriebe besser bewerten zu können. Als Ingenieur bin ich gewohnt, solche Dinge fundiert anzugehen.
Meine Frage: Muss ich für eine Sole-Wasser-WP die Heizlastberechnung anders durchführen als für eine Luft-Wasser-Variante? Ich habe gelesen, dass der Jahresheizstundenzahl und die Auslegungstemperatur maßgeblich sind. Soll ich für die Auslegung die DIN-Norm-Außentemperatur (-12°C an meinem Standort in NRW) verwenden oder bereits mit höheren Temperaturen rechnen, da die Sole-WP effizienter arbeitet?
Zudem bin ich unsicher, ob ich die spezifischen Wärmeverluste jedes Raums detailliert berechnen soll oder ob Tabellenwerte aus der DIN für Altbauten ausreichen. Mein Haus ist von 1985, die Gebäudehülle habe ich noch nicht komplett überprüft.
Welche Normdaten sollte ich verwenden und wie wichtig ist der Unterschied zwischen theoretischer Berechnung und praktischer Auslegung? Gibt es hier Erfahrungswerte aus euren Projekten?
Danke für Input!
Stefan, eine Frage noch: Hast du überhaupt vor zu dämmen? Das kann die Heizlast deutlich senken. Bei mir im Sanierungsprojekt war das ein großer Faktor – die Heizlastberechnung hängt da sehr von den Maßnahmen ab, die du vorher machst.
Stefan, zur Regel: -12°C Auslegungstemperatur ist auch für Sole-WP Standard. Der Unterschied ist eher bei der Vorlauftemperatur – mit Sole-WP kannst du oft mit 35-40°C ausfahren, was die Effizienz verbessert. Das ändert aber nicht die Heizlastberechnung selbst, nur die Dimensionierung der Emitter.
Für 1985er Altbau würde ich trotzdem eine differenzierte Berechnung machen, nicht nur Tabellen. Fenster, Dämmung, Luftdichtheit sind oft sehr unterschiedlich – das zeigt sich in der Heizlast. Wenn du hinterher mit 6 statt 8 kW auskommst, sparst du beim Speicher, der Sonde und den Betriebskosten. Das rechnet sich.
Regeln nach DIN EN 12831 sind spezifische Wärmeverluste für Transmissions- und Lüftungswärmeverluste – das ist bei älteren Häusern wirklich wichtig zu trennen.