Hallo zusammen! Ich bin Stefan und nach gefühlten 15 Jahren melde ich mich hier wieder an – das Forum hat sich ganz schön weiterentwickelt, klasse!
Ich stehe gerade vor einer größeren Baustelle: Unser Haus aus den frühen 80ern soll auf Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung umgerüstet werden. Die alte Gastherme läuft noch, aber ich will das Projekt noch diesen Herbst angehen, damit wir im Winter gut dastehen.
Meine größte Unsicherheit ist gerade die Reihenfolge der einzelnen Installationsschritte. Ich habe zwar schon einiges gelesen, aber in der Praxis scheint das oft anders zu laufen als in den Anleitungen. Zum Beispiel: Macht man erst die Fußbodenheizung und legt dann die Wärmepumpe fest, oder umgekehrt? Und wann kommt der Elektriker ins Spiel – vor oder nach dem Heizungsbauer?
Dazu kommt: Der Altbau hat noch keine Dämmung an der Außenwand, das ist geplant aber noch nicht gemacht. Sollte man mit dem FBH-Einbau warten bis die Dämmung sitzt, oder kann man das parallel angehen?
Ich hab mich auch gefragt ob die Jahreszeit eine Rolle spielt – jetzt im Sommer ist ja eigentlich guter Zeitpunkt für solche Arbeiten, oder?
Freue mich auf eure Erfahrungen, besonders von Leuten die das schon im Altbau durchgezogen haben. Danke im Voraus!
Zum Thema Reihenfolge kann ich wenig beitragen, aber einen wichtigen Punkt will ich ergänzen: Denk bei der Planung des Außengeräte-Standorts FRÜHZEITIG an den Schallschutz. Das wird bei Altbau-Umbauten regelmäßig vergessen und führt nachher zu Ärger – mit Nachbarn oder der Behörde. Ich kenn das aus eigener Erfahrung, hab dazu auch schon einiges im Forum geschrieben, z.B. hier: Wärmepumpe im Sommer: Nachbarn beschweren sich über Lärm – was hilft wirklich?
Kurz gesagt: Standortfrage und Schallgutachten bzw. -einschätzung gehört für mich in Schritt 1, noch vor allem anderen. Nicht am Ende nachdenken wenn die Betonplatte schon liegt.
Stefan, zur Dämmungsfrage möchte ich als ehemaliger Elektroingenieur noch ergänzen: Lass unbedingt vor der WP-Dimensionierung eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 machen – und zwar mit dem gedämmten Zustand als Basis, nicht dem aktuellen. Sonst kaufst du eine WP die in 3 Jahren zu groß ist und ineffizient taktet. Das kostet dich auf lange Sicht deutlich mehr als du bei der Anschaffung sparst. Die Reihenfolge ist also: 1. Dämmkonzept festlegen, 2. Heizlast berechnen, 3. WP und FBH dimensionieren, 4. dann erst Handwerker beauftragen. Klingt aufwendig, aber der Schritt wird von erstaunlich vielen übersprungen.
Hallo Stefan, willkommen zurück! Ich hab genau das bei uns 2019 durchgezogen, Baujahr 1974, also ähnliche Ausgangslage.
Zur Reihenfolge aus meiner Erfahrung: Bei uns lief es so – zuerst haben wir den Heizungsbauer für die Grundplanung hinzugezogen und gemeinsam festgelegt, welche Leistungsklasse WP wir brauchen. Das hängt nämlich stark von der Dämmung ab. Und da ist dein Punkt mit der fehlenden Außenwanddämmung wirklich wichtig: Ich würde DRINGEND empfehlen, erst zu dämmen und dann die WP-Größe zu bestimmen. Sonst riskierst du eine überdimensionierte Anlage und zahlst unnötig drauf.
Der Elektriker kam bei uns parallel zum Heizungsbauer – die haben sich abgestimmt, wann welche Leitungen gebraucht werden. Das hat gut funktioniert, aber nur weil wir früh kommuniziert haben. Einfach davon ausgehen dass die das untereinander klären klappt leider oft nicht.
Fußbodenheizung haben wir zuerst eingebaut, dann erst die Außeneinheit gesetzt. Macht Sinn weil du dann schon weißt wie das Heizungssystem aussieht und die Hydraulik entsprechend planen kannst.
Sommer ist tatsächlich ideal für solche Arbeiten – kein Zeitdruck durch Kälte, die Handwerker können bei trockenem Wetter besser arbeiten. Aber plant gut, die guten Betriebe sind oft bis in den Herbst ausgebucht!