Hallo zusammen,
ich betreibe seit 8 Jahren eine Hybrid-Anlage (Luft-WP + Gastherme) in meinem Altbau und bin damit eigentlich zufrieden. Jetzt planen wir für 2026 eine Renovierung und der Gedanke ist, schrittweise auf Fußbodenheizung umzurüsten – erstmal zwei Zimmer als Testphase.
Meine Frage: Kann ich die FBH installieren, BEVOR ich die WP komplett neu dimensioniere? Oder muss ich vorher schon die neue Heizlastberechnung machen und die WP anpassen?
Ich stelle mir vor, dass ich zunächst die Estrich-Arbeiten in den beiden Räumen machen lasse, dann die Rohre verlegen, und danach erst überlege, ob ich die WP hochfahre oder erstmal weiter mit der Gastherme fahre – mit entsprechender Smart-Home-Umschaltlogik natürlich. Hat hier jemand praktische Erfahrung, in welcher Reihenfolge das sinnvoll ist?
Mich würde auch interessieren, wie ich die Steuerung hinbekomme, dass die Hybridanlage automatisch erkennt, wann die FBH aktiv werden soll und wann nicht.
Danke schonmal!
Hier würde ich dir raten: Erst genau dokumentieren, welche Temperaturgradient die Gastherme momentan fährt, dann die FBH-Planung machen. Die Fehler beginnen oft schon beim hydraulischen Abgleich – wenn der nicht korrekt ist, nutzt dir die schönste FBH nichts.
Peter, interessante Frage! Ich bin aktuell in einer ähnlichen Situation – Gaskessel + WP in Hybrid, und jetzt überleg ich auch, ob ich das Ding moderner machen sollte. Für dich konkret würde ich sagen: Mach die Heizlastberechnung für die kompletten zwei Zimmer VORHER, dann weißt du, ob die WP den Load trägt oder nicht. Die Rohre danach verlegen ist easy. Aber Achtung: Der Estrich muss richtig vorbereitet sein, sonst hast du später Heizprobleme. Hast du da schon mit nem Handwerker geredet?
Hätte dazu auch gerne Details – werde gerade selbst gebaut und bin total überfordert mit diesen Schritten. Kann man die Rohre VOR der Heizlastberechnung schon verlegen oder muss ich genau wissen, wie viele Heizkreise ich brauche? 😅
Peter, das ist genau das richtige Vorgehen für deinen Fall. Ich würde die Heizlastberechnung VORHER machen – nicht nachher. Grund: Du brauchst die neuen Heizlasten (mit FBH sind die ja deutlich niedriger!) um zu wissen, ob deine aktuelle WP überhaupt noch dimensioniert ist oder ob du eine kleinere nehmen kannst.
Bei mir war es ähnlich: Ich habe meine FBH schrittweise erweitert und jedes Mal neu berechnet. Die Vorlauftemperaturen sind mit FBH viel niedriger (35–45°C statt 55°C), das ändert die ganze COP-Rechnung der WP.
Zur Steuerung: Schreib dir eine Umschaltlogik, die über die Raumtemperatoren erkennt, ob die FBH heizen soll. Bei mir läuft das über die Sollwertgeber – wenn die ein Signal geben, fährt die Gastherme runter und die WP hochgefahren. Das sparst du dir viel Handarbeit im Betrieb.