Moin zusammen,
habe im letzten Jahr eine Luft-Wasser-WP (Vaillant aroTHERM plus) installieren lassen. Läuft soweit ganz ordentlich, auch wenn ich immer noch nicht 100% überzeugt bin dass das die beste Lösung für unseren 70er Jahre Altbau war. Aber gut, ist jetzt so.
Jetzt wo der Sommer da ist und ich mehr Zeit hab, beschäftige ich mich mit dem Thema Smart Grid. Die WP ist zwar "Smart Grid Ready" aber der entsprechende Anschluss wurde damals nicht mit installiert. Der Elektriker meinte, das könne man ja später nachrüsten wenn gewünscht.
Nun ja, jetzt würde ich das gerne nachholen. Habe gelesen dass man damit den Eigenverbrauch von der PV optimieren kann und eventuell auch günstigere Tarife nutzen könnte. Bei den aktuellen Strompreisen wird jede Einsparung wichtig...
Frage: Kann man das wirklich so einfach nachrüsten? Was genau muss dafür gemacht werden? Braucht man wieder den Elektriker oder geht das auch selbst? Und vor allem - bringt das überhaupt was oder ist das nur Marketing-Gedöns?
Hätte gerne eure Erfahrungen dazu gehört bevor ich wieder Geld ausgebe das vielleicht nichts bringt.
Gruß aus dem Ruhrgebiet
Hallo AltbauSkepsis44,
Smart Grid Ready nachzurüsten ist grundsätzlich möglich, aber die Umsetzung hängt vom konkreten Wärmepumpenmodell ab. Bei der aroTHERM plus sind die SG-Ready Eingänge meist schon in der Steuerung vorbereitet, nur nicht angeschlossen.
Typischerweise brauchen Sie zwei potentialfreie Eingänge für die SG-Ready Zustände (EVU-Sperre, normaler Betrieb, eingeschränkter Betrieb, Einschaltempfehlung). Das kann über Relais vom Energiemanagement-System oder Netzbetreiber geschaltet werden.
Für die PV-Optimierung macht es definitiv Sinn, gerade bei den aktuellen Einspeisevergütungen. Mit einem entsprechenden Energiemanager können Sie die WP bei PV-Überschuss bevorzugt laufen lassen und so den Eigenverbrauch deutlich steigern.
Die Installation sollte vom Elektriker gemacht werden, da es sich um Eingriffe in die WP-Steuerung handelt. Kosten liegen meist zwischen 200-500€ je nach Aufwand. Lohnt sich aber durchaus - in der Praxis sehen wir Eigenverbrauchssteigerungen von 15-25% bei entsprechend ausgelegten PV-Anlagen.
Hey,
kann L.Weber nur zustimmen - macht definitiv Sinn! Hab das vor nem Jahr bei meiner Vitocal nachgerüstet und bereue es nicht.
Wichtig ist nur dass dein Energiemanager (falls du einen hast) oder der Wechselrichter die entsprechenden Ausgänge hat. Bei meiner Kostal-Anlage war das kein Problem.
Die Installation war echt easy - Elektriker hat nur zwei Kabel von der PV-Steuerung zur WP gezogen und angeschlossen. Hat keine 2 Stunden gedauert.
Jetzt läuft die WP automatisch an wenn genug Sonne da ist, auch wenns grad nicht zum Heizen gebraucht wird - dann eben für Warmwasser oder lädt den Pufferspeicher vor. Spart echt Kohle!
Na das ist ja ein interessantes Projekt für die Sommerzeit! Smart Grid Ready nachzurüsten ist bei modernen Wärmepumpen meist kein großes Ding.
Wie schon geschrieben wurde - die Eingänge sind in der Regel schon in der Steuerung vorhanden. Bei Vaillant sind das typischerweise die Klemmen X21 (für EVU-Sperre) und X22 (für Einschaltempfehlung).
Was die Kosten angeht: In einem anderen Thread ging's ja schon mal um WP-Installationskosten. So eine Nachrüstung ist da noch harmlos.
Mein Tipp: Lass es vom Fachmann machen und gleich richtig - mit ordentlicher Dokumentation welcher Eingang was steuert. Dann kannst du später problemlos erweitern wenn du z.B. noch einen dynamischen Tarif dazu nimmst.
Bei den heutigen Strompreisen rentiert sich das auf jeden Fall!
Moin,
jep, ist machbar aber kommt drauf an was du erreichen willst. Wenn's nur um PV-Überschuss geht reicht oft auch ne einfache Lösung über den Wechselrichter.
Bei mir (auch Vaillant WP) hat der Installateur damals die Smart Grid Klemmen schon vorbereitet, waren nur nicht angeschlossen. Musste nur ein 2-adriges Steuerkabel ziehen lassen.
Aber ehrlich gesagt - die großen Einsparungen kommen eher im Winter. Im Sommer haste ja eh wenig Wärmebedarf, da bringt die Optimierung nicht soviel wie man denkt.
Überleg dir vorher gut ob du auch nen dynamischen Stromtarif nutzen willst. Dann brauchst nämlich noch mehr Technik für die Tarifsteuerung. Das wird dann schon komplexer.