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Elektroanschluss WP selbst verlegen – was ist erlaubt, was nicht?

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Helmut K.
Beiträge: 16
Themenstarter
(@h-krause)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#107]

Hallo zusammen,

ich plane gerade die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für nächstes Jahr und versuche die Kosten etwas im Rahmen zu halten. Einer der größten Posten im Angebot vom Fachbetrieb ist der Elektroanschluss – da stehen bei mir knapp 1.800 Euro für Zuleitung, Absicherung und Anschluss ans Haus drauf. Das erscheint mir viel.

Ich bin handwerklich nicht völlig unbegabt, habe schon Steckdosen gewechselt, Lichtschalter erneuert und im Keller sogar eine eigene Steckdosenleiste fest installiert. Aber ich weiß natürlich, dass eine Wärmepumpe ein anderes Kaliber ist – die braucht ja in der Regel einen eigenen Drehstromkreis mit 32A oder mehr.

Meine Frage: Was darf ich als Nicht-Elektriker bei so einem Projekt überhaupt selbst machen? Konkret: Darf ich die Kabeltrasse vorbereiten, Leerrohre legen, das Kabel selbst einziehen? Oder ist wirklich alles ab dem Hauptverteiler tabu ohne Elektrofachkraft?

Und was gilt bezüglich Versicherung und Abnahme? Ich habe gehört, dass manche Netzbetreiber eine Anmeldung verlangen – stimmt das, und wer macht das dann formal?

Wäre super wenn jemand das mal konkret durchdekliniert. Ich fange jetzt im Sommer gerne mit den Vorbereitungen an, damit im Herbst alles schnell gehen kann.


6 Antworten
Markus91
Beiträge: 49
(@markus91)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab letztes Jahr meine Split-WP angemeldet und kann sagen: Der Papierkram mit dem Netzbetreiber ist echt nicht ohne. Die wollen Schaltpläne, Datenblätter, Konformitätserklärungen – das macht wirklich nur der Elektriker, allein schon weil der die Formulare kennt und die richtigen Ansprechpartner hat.

Was ich beim Thema Eigenleistung noch wichtig finde: Frag den Elektriker vorher ob er deine Vorarbeiten abnimmt. Manche bestehen darauf, die Kabel selbst einzuziehen weil sie dann die Verantwortung für den korrekten Querschnitt übernehmen können. Wenn du das Kabel schon drin hast und es stimmt nicht, rechnen manche Betriebe trotzdem die volle Arbeitszeit ab weil sie alles nochmal prüfen müssen.

Also: vorher absprechen, nicht einfach loslegen und dann den Elektriker vor vollendete Tatsachen stellen. Das hab ich von nem Kumpel gehört dem das passiert ist, hat am Ende mehr gekostet als geplant.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 14
(@markus-breitner)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Da muss ich Klaus aber ein bisschen ergänzen bzw. teilweise widersprechen: Die Formulierung 'kein generelles Verbot' stimmt technisch, ist aber in der Praxis etwas irreführend. Die TAB (Technische Anschlussbedingungen) der meisten Netzbetreiber verlangen explizit eine Fachkraft für alle Arbeiten hinter dem Hausanschlusskasten. Und die VDE 0100 ist zwar keine Rechtsnorm, wird aber im Schadensfall von Versicherungen und Gerichten als Maßstab herangezogen.

Ich hab mich mit dem Thema SCOP und Gesamteffizienz viel beschäftigt (auch mal für den COP-Thread hier) – und was mir dabei aufgefallen ist: Eine falsch abgesicherte oder zu dünn ausgelegte Zuleitung drückt den realen Wirkungsgrad, weil die Anlage öfter auf Störung geht oder gedrosselt wird. Das kostet langfristig mehr als der gesparte Elektriker.

Die Vorbereitungsarbeiten die du planst sind völlig sinnvoll. Aber kalkuliere realistisch: Du sparst vielleicht 300-500 Euro netto durch Eigenleistung bei den Vorarbeiten. Das ist nicht nichts, aber auch kein Gamechanger.


Antwort
Klaus_195219
Beiträge: 41
(@klaus_195219)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich lese hier mit Interesse mit. Was ich aus meiner Erfahrung mit Planungsprojekten ergänzen möchte: Die rechtliche Lage ist eigentlich eindeutig, wird aber oft falsch dargestellt.

In Deutschland gibt es keine generelles gesetzliches Verbot für Laien, elektrische Arbeiten im eigenen Heim durchzuführen. Was es gibt: Der Netzbetreiber darf nur Installationen ans Netz nehmen, die von einer eingetragenen Elektrofachkraft abgenommen wurden. Das ist der entscheidende Unterschied. Theoretisch könnten Sie also alles selbst machen – praktisch nimmt das kein Netzbetreiber ab ohne Fachkraft-Unterschrift.

Dazu kommt: Die Gewährleistung des WP-Herstellers erlischt in der Regel, wenn der Elektroanschluss nicht nachweislich fachgerecht durch einen Betrieb ausgeführt wurde. Das steht im Kleingedruckten und wird im Schadensfall sehr genau geprüft.

Für Ihre Planung im Sommer würde ich empfehlen: Holen Sie jetzt zwei bis drei Angebote von Elektrikern ein, holen Sie parallel die technischen Anschlussbedingungen ihres Netzbetreibers, und klären Sie welche Vorarbeiten der Elektriker von Ihnen akzeptiert. Manche sind da flexibel, andere nicht.


Antwort
Stefan_75
Beiträge: 41
(@stefan_75)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz und knapp: Leerrohre, Kabeltrassen, Schlitze stemmen – alles selbst machbar und spart ordentlich. Den Rest bitte wirklich dem Elektriker überlassen, da gibt's nichts zu diskutieren.


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