Hallo zusammen,
ich bin seit letztem Herbst stolzer Besitzer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und eigentlich sehr zufrieden damit. Aber jetzt im Sommer fällt mir etwas auf, das mich doch etwas beunruhigt: Ich schaue regelmäßig in mein Energiemonitor-Portal und sehe, dass ein riesiger Anteil meines Stromverbrauchs auf die Warmwasserbereitung entfällt. Im Juni waren das laut Auswertung ungefähr 45% des Gesamtverbrauchs der Wärmepumpe. Heizung läuft ja kaum noch, das ist klar. Aber fast die Hälfte des Stroms nur fürs Duschwasser?
Wir sind zu dritt im Haus, zwei Erwachsene und ein Teenager, und haben einen 300-Liter-Warmwasserspeicher. Die WP bereitet täglich einmal auf 55°C auf, das hat mir der Installateur so eingestellt. Ich hab auch gelesen, dass es da eine Legionellenschutzfunktion gibt, die wöchentlich auf 60°C hochheizt – könnte das ein Faktor sein?
Abs olute Zahlen: Im Juni hab ich ca. 95 kWh Strom für die WP gebraucht, davon laut Zähler etwa 43 kWh für Warmwasser. Das erscheint mir sehr viel.
Ist das im Sommer normal, weil die Heizung kaum läuft und Warmwasser deshalb prozentual so dominiert? Oder steckt da ein echtes Problem dahinter? Für konkrete Tipps wäre ich sehr dankbar!
Da kann ich etwas Licht ins Dunkel bringen. Der Anteil von 45% für Warmwasser im Sommer ist absolut typisch und kein Fehler – du hast das selbst richtig erklärt: Die Heizlast fällt weg, Warmwasser bleibt konstant, also steigt der Anteil relativ.
Die 43 kWh absolut sind die interessantere Zahl. Das kommt auf den COP der WW-Bereitung an. Bei 55°C Vorlauf im Sommer (Außenluft warm) sollte deine Anlage eigentlich einen guten COP von 3,0 bis 3,5 erreichen – dann wären 43 kWh elektrisch etwa 130-150 kWh Wärme, was für 300 Liter täglich auf 55°C und drei Personen plausibel ist.
Das Problem liegt wirklich bei der Legionellenfunktion. Ich hab das Thema ausführlich im Heizpatronen-Thread diskutiert – bei 60°C-Zyklen springt bei vielen Anlagen die E-Patrone zu, weil die WP das alleine nicht schafft. Das kannst du im Protokoll deiner Anlage prüfen, falls du Zugriff drauf hast. Frag deinen Installateur nach den Betriebsstunden der Patrone.
Hey Klaus, das klingt erstmal nicht dramatisch. Im Sommer ist das prozentual immer so – die Heizung schläft ja, also dominiert das WW automatisch. 43 kWh für drei Personen im Monat ist aber tatsächlich etwas viel, das muss ich sagen. Für drei Personen würde ich eher 30-35 kWh erwarten bei einem gut eingestellten System.
Die Legionellenfunktion auf 60°C kostet wirklich ordentlich Strom, weil der COP bei dem Temperaturniveau in den Keller geht – je nach Anlage läuft da auch die Heizpatrone mit rein. Prüf mal ob die tatsächlich wöchentlich läuft oder ob man das auf alle 2 Wochen stellen kann (mit dem Installateur absprechen!). Und 55°C täglich ist auch nicht gerade sparsam – manche stellen das auf 50°C runter und fahren gut damit. Hab da selbst hier im Forum schon mal was zu Temperaturniveaus geschrieben, ist prinzipiell dasselbe Problem.
Kurz zur Legionellenschaltung: Die läuft bei vielen Anlagen standardmäßig wöchentlich und zieht dabei fast immer die Heizpatrone rein, weil 60°C für die WP alleine grenzwertig ist. Ich hab das im Pufferspeicher-Thread schon mal am Rande erwähnt – das Thema E-Patrone ist grundsätzlich der größte versteckte Stromfresser. Schau in der Steuerung nach ob du siehst wann und wie lange die Patrone läuft. Wenn die täglich oder mehrmals wöchentlich für die WW-Aufbereitung zugeschaltet wird, hast du den Übeltäter gefunden.
43 kWh für Warmwasser im Juni – das ist wirklich nicht wenig. Ich hab bei zwei Personen im selben Monat knapp 22 kWh gehabt, allerdings mit 200l Speicher und 50°C Solltemperatur. Hochskaliert auf drei Personen und 300l wären das grob 33-35 kWh. Da liegt also tatsächlich noch Potenzial.