Hallo zusammen,
ich plane gerade meine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Keller hydraulisch einzubinden und möchte das soweit wie möglich selbst machen. Der Heizkreisverteiler, die Anbindung an die bestehenden Heizkörper und einen Pufferspeicher – das traue ich mir handwerklich zu, ich bin seit Jahren Heimwerker und habe schon einige Sanitärprojekte gemacht.
Was mich aber wirklich interessiert: Wo habt ihr beim DIY konkrete Fehler gemacht, die euch hinterher Ärger bereitet haben? Ich meine die klassischen Dinge – falsche Dimensionierung der Rohre, vergessene Absperrarmaturen, Entlüftungsprobleme, sowas. Oder auch Dinge, die ihr beim zweiten Mal anders gemacht hättet.
Besonders unsicher bin ich bei:
- Mindestvolumenstrom für die WP sicherstellen (brauche ich zwingend einen Bypass?)
- Pufferspeicher richtig einbinden (hydraulische Weiche vs. direkte Einbindung)
- Welche Verbindungstechnik ist für Einsteiger am sinnvollsten – Press, Klemmring oder lieber doch Löten?
Wir haben jetzt noch den Sommer Zeit bevor's wieder kalt wird, also keine Panik, aber ich will die Installation gut vorbereiten und nicht mitten im Herbst improvisieren müssen.
Freue mich über konkrete Erfahrungen, auch wenn sie weniger schmeichelhaft sind. Danke!
Bypass weglassen und dann wundern warum die WP alle 3 Minuten taktet – klassiker. Ich hab das selbst durch, allerdings bei einem anderen Projekt wo der Mindestvolumenstrom komplett ignoriert wurde. Manche Hersteller geben das in den Unterlagen leider nur in einer Fußnote an, und dann steht man da.
Zur Verbindungstechnik: Pressfitting ist für DIY meiner Meinung nach das Sinnvollste, wenn man das Werkzeug leihen kann. Löten kann man natürlich auch lernen, aber im Keller in engen Verhältnissen wird das schnell fummelig. Klemmringe würde ich für Heizung eher meiden, die Qualität ist sehr unterschiedlich.
Die Pufferspeicher-Frage ist eigentlich die wichtigste. Eine hydraulische Weiche macht nur Sinn wenn du wirklich sehr unterschiedliche Volumenströme auf Erzeuger- und Verbraucherseite hast. Bei einem einfachen System mit einer WP und relativ homogenen Heizkreisen reicht oft auch ein gut eingebundener Pufferspeicher ohne Weiche. Aber das hängt von deiner konkreten Anlage ab – ohne Hydraulikschema kann man das kaum seriös beurteilen.
Ich hab hier im Forum schon zum Thema Dimensionierung im Garten was geschrieben – manche Grundsätze überschneiden sich. Mach dir vor allem einen ordentlichen Hydraulikplan bevor du anfängst, das spart hinternher viel Zeit.
Da muss ich Kritiker_1978 beim Thema Pressfitting zustimmen, aber ein Hinweis noch: Das Werkzeug richtig zu leihen ist günstig, aber achte darauf dass du das passende Backenset für deine Rohrdimension hast. Klingt banal, hatte ich aber tatsächlich das Problem dass ich Presszange hatte aber falsche Backen – Baumarkt-Verleih hat da manchmal Lücken.
Mein größter Fehler bei meiner eigenen Installation war ehrlich gesagt die Entlüftung. Ich hatte zwar überall automatische Entlüfter gesetzt, aber an einer blöden Stelle im Rücklauf war eine Senke, da hat sich Luft gesammelt die kein automatischer Entlüfter erwischt hat. Ging erst auf wenn ich manuell nachgespült hab. Also: Rohrleitungen immer mit Gefälle zum Entlüftungspunkt planen, klingt selbstverständlich ist es aber nicht immer wenn man im Keller kreativ verlegen muss.
Den Sommer nutzen ist auf jeden Fall schlau. Ich hab meinen Elektriker-Kram auch in Ruhe im Sommer geplant – hat sich ausgezahlt. Kein Stress.