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Sole-Wasser-WP mit Tiefenbohrung – mein Erfahrungsbericht

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TechHybrid_78
Beiträge: 10
Themenstarter
(@techhybrid_78)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#32]

Hallo zusammen,

nachdem ich hier über Monate mitgelesen habe, möchte ich jetzt mal meinen eigenen Erfahrungsbericht zur Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenbohrung teilen – vielleicht hilft das dem ein oder anderen, der gerade plant.

Wir haben letzten Herbst auf eine Sole-WP umgestellt, zwei Bohrungen à 100m. Grundstück war knapp bemessen, daher keine Fläche möglich. Die Genehmigung hat erstaunlich lange gedauert, fast drei Monate, das war der nervigste Teil des ganzen Projekts. Die eigentliche Bohrung ging dann sehr zügig, zwei Tage und fertig.

Die Heizperiode lief gut, JAZ liegt laut Monitoring bei knapp 4,7 was ich für unseren Altbau von 1978 (KfW-saniert, aber kein Neubaustandard) ganz ordentlich finde. Vorlauf fahren wir mit max. 38°C über Fußbodenheizung.

Jetzt im Sommer interessiert mich aber vor allem das Thema passive Kühlung – die Anlage unterstützt das laut Hersteller, ich hab's aber noch nicht aktiviert. Hat jemand damit Erfahrung? Wie macht ihr das, läuft das wirklich über denselben Solekreis? Und lohnt sich das bei einem Einfamilienhaus überhaupt, oder ist das eher was für größere Objekte?

Wir haben gerade eine Hitzewelle, und das Obergeschoss wird nachmittags unangenehm warm. Würde das Thema jetzt gern angehen bevor der Urlaub anfängt.

Danke schon mal!


3 Antworten
Marco_88
Beiträge: 56
(@marco_88)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Taupunkt-Sensor nicht vergessen, hatte n Kumpel der das einfach so aktiviert hat – nach zwei Wochen war der Estrich feucht. Nicht schön.


Antwort
R.Hoffmann91
Beiträge: 10
(@r-hoffmann91)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Also ich hab mich mit dem Thema hydraulischer Abgleich im Zusammenhang mit Kühlung auch schon beschäftigt (hab das damals im Altbau-Thread angesprochen), und da würd ich KlausHartmann vollständig zustimmen was den Taupunkt angeht. Das ist kein Thema das man auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Ich seh das aber etwas anders was die Erwartungen angeht: Passive Kühlung über FBH im OG ist in einem Altbau von 78 mit normaler Dämmung oft enttäuschend. Du wirst damit das OG nicht wirklich "kühl" kriegen, eher auf vielleicht 24–25°C runter wenn draußen 34°C sind. Das fühlt sich besser an als 28°C, ist aber kein Klimaanlagen-Ersatz.

Wenn du wirklich Komfort im OG willst, überleg ob ein kleines Split-Gerät als Ergänzung nicht sinnvoller wäre. Die Effizienz der passiven Kühlung klingt gut auf dem Papier, aber der praktische Nutzen hängt stark vom Gebäude ab.


Antwort
Klaus H.
Beiträge: 11
(@klaushartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Guter Bericht, danke fürs Teilen. Zur JAZ von 4,7 im Altbau – das passt gut zusammen mit dem was ich im Thread zu Inverter vs. On-Off mal geschrieben habe: Bei 38°C Vorlauf und Sole als Quellmedium sind Werte zwischen 4,5 und 5 realistisch, solange die Anlage ordentlich dimensioniert ist und nicht ständig taktet.

Zur passiven Kühlung: Ja, das läuft tatsächlich über denselben Solekreis, der Verdichter wird dabei abgeschaltet und die kältere Sole aus der Bohrung wird direkt zur Wärmeübergabe genutzt – man nennt das oft "Free Cooling" oder "Natural Cooling". Das Erdreich hat im Sommer ja noch die gespeicherte Winterkälte, typischerweise so 10–12°C in 100m Tiefe.

Für ein EFH lohnt sich das durchaus, der Strombedarf ist minimal weil nur die Umwälzpumpen laufen. Allerdings: über Fußbodenheizung kühlen ist tückisch wegen Taupunkt und Kondensatbildung. Du brauchst zwingend eine Taupunktüberwachung oder separate Kühlkreise (z.B. Fancoils). Ohne das würde ich das nicht einfach aktivieren. Hat dein System sowas bereits verbaut?


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