Hallo zusammen,
ich bin Werner, 58 Jahre alt, Hausmeister im öffentlichen Dienst und seit gut zwei Jahren versuche ich mich in dieses Thema Wärmepumpe einzuarbeiten. Unser Haus ist ein Einfamilienhaus aus den frühen 80ern, ca. 145 qm Wohnfläche, Heizkörper überall außer im Badezimmer wo wir Fußbodenheizung haben. Die Gastherme läuft noch zuverlässig, aber sie ist von 2009 und ich mach mir Gedanken über die Zukunft.
Angefangen hat es damit, dass mein Schwager eine Luft-Wasser-WP einbauen ließ und seitdem nicht aufhört davon zu schwärmen. Also hab ich mich informiert, Bücher gelesen, YouTube Videos geschaut, und hier im Forum bin ich mittlerweile auch regelmäßig unterwegs.
Das Problem: Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich. Erst dachte ich, das ist klar – WP rein, fertig. Aber dann kommen Fragen zur Heizlast, zu Vorlauftemperaturen, zu Dämmung, zur Förderung, zu ob ich zuerst Fenster tauschen soll oder nicht... und jetzt steh ich mit mehr Fragezeichen da als am Anfang.
Wer hat einen ähnlichen Weg gemacht und kann mir sagen: Womit habt ihr konkret angefangen? Was war wirklich wichtig und was war am Ende Nebensache? Gerade jetzt im Sommer wäre ja eigentlich gute Zeit für sowas.
Freue mich über jede ehrliche Einschätzung.
VG Werner
Ich hätte noch einen Hinweis den ich persönlich wichtig finde: PV-Anlage auf dem Dach in deine Planung einbeziehen. Ich weiß das klingt nach noch mehr Baustellen, aber WP und PV zusammen ergeben ein ganz anderes wirtschaftliches Bild als WP allein.
Ich beschäftige mich gerade selbst mit der Frage wie Speicher und WP zusammenpassen, hab da auch schon was dazu geschrieben. Gerade im Sommer merkt man wie viel Ertrag auf dem Dach theoretisch möglich wäre.
Was mich interessieren würde Werner: hast du überhaupt Dachfläche die dafür geeignet wäre? Das würd die Gesamtplanung nochmal verändern.
Ehrlich gesagt: hol dir erstmal einen unabhängigen Energieberater. Ich hab das auch erst selbst probiert und am Ende fast ein Jahr verloren weil ich von einem Thema zum nächsten gesprungen bin.
Ein Fachmann schaut sich die Heizlast an, checkt die Hülle, bewertet die Heizkörper und sagt dir dann konkret was realistisch ist. Das kostet etwas aber spart hintenraus viel. Gerade bei 80er-Jahre-Bauten gibt es oft Überraschungen die man vom Schreibtisch aus nicht sieht.
Der Sommer ist gut – Energieberater haben jetzt etwas weniger Andrang als im Herbst.
Ich leg mal ne andere Sicht auf den Tisch: Werner, du schreibst deine Therme läuft noch zuverlässig. Warum der Stress jetzt? Ich frag das wirklich ernsthaft.
Die ganzen laufenden Kostenvergleiche die ich mir angeschaut hab zeigen, dass sich das bei nem 80er-Jahre-Haus mit Heizkörpern nicht immer so klar rechnet wie die Leute denken. Ich bin da skeptisch. Nicht grundsätzlich gegen WP, aber der Druck der manchmal aufgebaut wird ist nicht immer gerechtfertigt.
Wenn die Therme 2029 kaputt geht, sieht die Förderlage vielleicht nochmal anders aus. Und bis dahin haben sich manche Technologien auch weiterentwickelt. Manchmal ist Abwarten keine dumme Entscheidung.
Moin Werner,
zu den Heizkörpern: das ist bei dir wirklich das große Fragezeichen. Ich hab mich da auch lang damit befasst, hier mal nachgeschaut was möglich ist wenns um hohe Vorlauftemperaturen geht.
Grundsätzlich: wenn deine Heizkörper groß genug sind und du die Vorlauftemperatur schrittweise absenken kannst, geht das oft besser als gedacht. Aber das muss man wirklich individuell prüfen. Ich würd empfehlen, jetzt im Sommer mal zu testen wie weit du runter kommst ohne dass jemand friert – ist ja gerade eh keine Heizperiode.
Die Förderung nicht vergessen einzuplanen, aber erstmal Grundlagen klären, sonst planst du am Bedarf vorbei.